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Heil- und Hilfsmittelgesetz

Aussaat

Die Branche muss lauter auftreten, fordert Dr. Roy Kühne. Trotz des HHVG. Oder vielleicht gerade deshalb.

„Das HHVG war längst überfällig.“ Dr. Roy Kühne, Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Heil- und Hilfsmittel, setzte sich auf dem Gipfeltreffen des Branchennetzwerks Salitaris mit dem geplanten Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz auseinander. Ausführlich ging er auf die geplanten Änderungen in der Ausschreibungspraxis, die Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses und die Rolle der externen Hilfsmittelberater ein, die im Referentenentwurf bisher nicht thematisiert wird.

Das HHVG ist in aller Munde. Verständlicherweise. Denn so sehr seine grundsätzliche Intention und Ausrichtung in punkto Qualität von allen Seiten begrüßt wird, so sehr ist vieles bisher im Nebulösen verhaftet. Das förderte die Diskussion auf dem BVMed-Hilfsmittelforum im Rahmen der Rehacare deutlich zu Tage.

Von der Aktualisierung des Hilfsmittelverzeichnisses über die Definition der Dienstleistungsqualität bis zur Vertragskontrolle durch die Kostenträger stecken alle Vorhaben noch in den Kinderschuhen. Fortschritte in diesen Bereichen leiden entweder unter mangelnden Ressourcen oder  fehlendem Willen – und im schlimmsten Fall aus deren Kombination. Bis eine bessere Qualität tatsächlich beim Patienten ankommt, ist es daher noch ein weiter Weg.

Roy Kühne hatte daher Recht, sich nicht auf Erläuterungen zum HHVG zu beschränken. Zum wiederholten Mal redete er der Sanitätshausbranche ins Gewissen. Sie müsse in der Öffentlichkeit lauter auftreten, um die Heil- und Hilfsmitteltherapie weiter aufzuwerten. Das gehe vor allem durch den Ausdruck persönlicher Betroffenheit. „Sprechen Sie Abgeordnete und Kommunalpolitiker auf die Missstände im HHVG-Entwurf an.“

Mit Sicherheit hat die Hilfsmittelbranche ihre Lobbyarbeit und Informationspolitik in den letzten Jahren stark verbessert. Der HHVG-Entwurf ist nicht zuletzt als Lohn dafür zu verstehen. Doch bisher ist nur die Saat gelegt. Ob sie aufgeht, hängt von ihrer Pflege ab. Die Ernte ist noch längst nicht gesichert.

Kommentar zum Heil- und Hilfsmittelgesetz im Gesundheitsprofi 10/2016 >>> zum Shop

Tobias Kurtz / 03.11.2016 - 09:18 Uhr

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