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Hilfsmittelversorgung

Eurocom: „Risikogruppen droht Unterversorgung“

Eurocom: „Risikogruppen droht Unterversorgung“ Oda Hagemeier (Foto: Eurocom)

„Neue Normalität“ jetzt! Die Herstellervereinigung Eurocom will eine aus ihrer Sicht drohende Verschlechterung der Patientenversorgung mit medizinischen Hilfsmitteln in Deutschland abwenden.

Die laut Eurocom „massiven und weiter steigenden Umsatzeinbrüche“ bei von ihr vertretenen Hilfsmittelherstellern seien „alarmierend“. Sie gäben Anlass zur Sorge, dass aktuell erhebliche Lücken bei der Versorgung mit dringend benötigten Hilfsmitteln bestehen. Eurocom-Geschäftsführerin Oda Hagemeier erklärt: „Die Patientenversorgung mit Hilfsmitteln zur Kompressionstherapie und orthopädischen Hilfsmitteln muss jetzt sichergestellt, der Wiedereinstieg in die Regelversorgung gewährleistet sein. Denn gerade Risikogruppen droht in der jetzigen Ausnahmesituation eine Unterversorgung. Diese gilt es dringend abzuwenden.“
Um eine Unterversorgung mit Hilfsmitteln abzuwenden, fordert die Eurocom daher:

  1. Patientinnen und Patienten müssen ermutigt und für die Folgen einer Unterversorgung sensibilisiert werden.
  2. Ambulante Behandlungen müssen flächendeckend wieder aufgenommen und niedergelassene Ärzte gehört werden.
  3. Stationäre Versorgung darf nicht einseitig priorisiert, Krankenhauskapazitäten müssen auch für elektive Eingriffe geöffnet werden.

Zu den Risikogruppen zählen ältere, teils multimorbide Patientinnen und Patienten sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen und Menschen mit Behinderung. Aus Furcht vor Ansteckung meiden sie aktuell Arztbesuche und riskierten eine Verschleppung und Verschlimmerung ihrer Krankheit. Rund 22 Mio. Menschen in Deutschland leiden an Gefäßkrankheiten, 33 Mio. an Erkrankungen des Bewegungsapparates. „Sie sind auf die frühzeitige und konsequente Therapie mit Hilfsmitteln zur Kompressionstherapie und orthopädischen Hilfsmitteln dringend angewiesen. Unbehandelt können sich Schmerzen chronifizieren und schwere Folgeschäden entstehen“, so Hagemeier.

Auch in der Krebstherapie benötigten Patientinnen und Patienten im Fall eines Lymphödems eine entstauende Kompressionstherapie. Es drohe, dass aus ambulant behandelbaren stationäre Fälle werden – und Krankenhäuser zusätzlich belastet.

Das Gebot der Stunde sei es, eine verantwortungsvolle Balance zwischen der Bewältigung der COVID-19-Pandemie und der Aufrechterhaltung medizinisch notwendiger Versorgungsstrukturen zu finden. Auf diese Weise könne eine Unterversorgung mit Hilfsmitteln verhindert werden.

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Tobias Kurtz / 05.05.2020 - 14:30 Uhr

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