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Medi/Nowecor: Jubiläumskongress in Fleesensee

Medi/Nowecor: Jubiläumskongress in Fleesensee

Zum zehnten Mal hat am 3. und 4. Juni in Fleesensee der Kongress mit dem Schwerpunkt Phlebologie und Lymphologie stattgefunden. Veranstaltet wurde er von der Nowecor AG, unterstützt durch Medi.

"Persönlich, individuell und querdenkend" – mit diesen Worten beschreibt Seminarleiter Dr. med. Gerd R. Lulay (Chefarzt, Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Phlebologie Gefäß- und Lymphzentrum Nord-West am Mathias-Spital Rheine) das Meeting im Vergleich zu den großen Fachkongressen. Das hohe Ansehen der Veranstaltung spiegelte sich auch in der Teilnehmerumfrage wider: Fast die Hälfte aller Besucher legten über 400 Kilometer zum Fleesensee zurück; 34 Prozent nahmen bereits mehr als dreimal an dem Meeting teil.

Weiterbildung und Wissensaustausch im Mittelpunkt

Zwei Tage lang bot sich den Teilnehmern ein Programm aus Workshops und 24 Fachvorträgen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Besonders im Fokus standen Behandlungsmethoden und Leitlinien für lymphologische Erkrankungen. Prof. Dr. med. Eberhard Rabe erläuterte Häufigkeit, Diagnose und Therapie des Postthrombotischen Syndroms, während Dr. med. Thomas Noppeney die neuen Leitlinien zur tiefen Venenthrombose darlegte. Prof. Dr. med. Achim Mumme und Prof. Dr. med. Houman Jalaie diskutierten unterschiedliche Behandlungsstrategien einer akuten Venenthrombose. Und Rechtsanwältin Eva-Maria Baumann erläuterte dem Fachpublikum den Paragraphen 299 a und b StGB. Dieser regelt sowohl die Tatbestände als auch das Strafmaß bei Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen.

„Weibliche“ Medizin

Spannend gestaltete sich der Ausblick von Dr. med. Siegfried Krishnabhakdi auf die Zukunftsperspektiven in der Gefäßmedizin. Er bezeichnete die Medizin als "weiblich". Schließlich seien heute schon zwei Drittel der Studienanfänger Frauen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhält somit auch bei Ärzten einen immer höheren Stellenwert. Das stellt sowohl Krankenhäuser als auch Praxen vor neue Herausforderungen in der Unternehmensführung.

Der Vortrag von Dr. med. Thomas Petzold ließ mit dem Titel "Thrombose par effort" zunächst Raum für Spekulationen. Doch bereits in der Einleitung wurde deutlich, dass dabei in erster Linie die Auswirkungen starker körperlicher Belastung gemeint sind, beispielsweise bei Sportlern wie Marathonläufern. "Jeder Lauf schädigt die Gefäße in den Muskeln, weshalb das Tragen von Kompressionsstrümpfen auch hier durchaus sinnvoll ist", erklärte Petzold. Ein bisher häufig unterschätztes Risiko ist jedoch die oftmals weite Anreise, die zu einem Marathonlauf zurückgelegt wird. Langes Sitzen – ob im Flugzeug oder im Auto – nach einem anspruchsvollen Lauf kann das Risiko einer tiefen Venenthrombose verdreifachen.

Auch der Vortrag von Jürgen Schwabe (selektiver Vertragsreferent Barmer GEK) sorgte im Anschluss für Diskussionen. Er stellte ein integriertes Versorgungsmodell für die Lymphologie vor. Besonders die Kostenaufteilung und die Vergütung einer stationären Entstauungstherapie bei Lymphödemen waren Themen der Gespräche.

Kerstin Protz (Beraterin für Wundversorgungskonzepte, stellvertretende Vorsitzende, Wundzentrum Hamburg) präsentierte die Ergebnisse der bundesweiten Studie "Wie wickelt Deutschland?" zum Thema Kompressionstherapie und Bandagierung. Gerade in der Ausbildung des Pflegepersonals gibt es hier noch großes Optimierungspotenzial. Die fehlenden Fachkenntnisse spiegelten sich sehr deutlich in den Ergebnissen des Praxistests wider, bei dem nur 9 Prozent von über 500 Teilnehmern mit einer Kompressionsbandagierung einen therapierelevanten Zielwert erreichten.

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