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Corona-Krise

Was die Hilfsmittelbranche jetzt braucht

Die Task-Force COVID-19 der Sanitätshaus- und Hilfsmittelbranche appelliert an die Krankenkassen, ihre Verwaltungsanforderungen den aktuellen Umständen der COVID-19-Pandemie anpassen. „Bürokratie darf Patientenversorgung nicht behindern!“

Um die notwendige Versorgung der Patienten unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie durch die Sanitätshäuser aufrechtzuerhalten und auch weiterhin zu garantieren, hat sich die Task-Force COVID-19 laut einer Mitteilung an den GKV-Spitzenverband gewandt und dringend Verwaltungsvereinfachungen bei der Versorgung der Patienten mit Hilfsmitteln gefordert. Hierbei gehe es auch darum, die Zahl der Personenkontakte im Gesundheitswesen zu reduzieren.

Ohne schnellere, unbürokratische Genehmigungsverfahren, mit denen eine Vermeidung unnötiger Arztbesuche verbunden ist, drohe eine Beschleunigung der Pandemie und eine Unterversorgung der Patientinnen und Patienten mit Hilfsmitteln. Denn so wesentlich die umfassende Steuerung der Kosten und Budgets unter normalen Umständen sinnvoll und gerechtfertigt sei, desto mehr sei jetzt zum Beispiel bei der Versorgung mit Beatmungsgeräten, Pflegebetten sowie anderen Hilfsmitteln Geschwindigkeit gefragt.

Für die Bewältigung der aktuellen Situation fordert die Task-Force COVID-19 dringend folgende Maßnahmen

Patientinnen und Patienten,
… die aus Kliniken (teils vorzeitig) entlassen werden müssen, sollen für ihre weitere notwendige Versorgung nicht auf eine Genehmigung des Kostenträgers warten müssen!
Daher: Wegfall des Genehmigungsvorbehalts bei Krankenhausentlassungen.

… die aufgrund eines Notfalls oder in Eilfällen wie zum Beispiel nach Unfällen schnell mit notwendigen Hilfsmitteln wie Rollstühlen, Rollatoren, Pflegebetten etc. versorgt werden müssen, kann den unter Bedingungen der gegenwärtigen Notsituation nicht der Zwang der Vorlage eines ärztlichen Rezepts abverlangt werden. Dies ist schon allein aufgrund einer von der Bundesregierung geforderten Reduzierung unnötiger Personenkontakte geboten.
Daher: Verzicht auf das Rezept in Not- und Eilfällen für die Zeit der Pandemie.

… die auf eine Versorgung nach einer ambulanten Operation auf Hilfsmittel angewiesen sind, kann bis auf Weiteres nicht der Zwang der Vorlage eines ärztlichen Rezepts abverlangt werden.
Daher: Wegfall der ärztlichen Verordnung nach ambulanten Operationen für die Zeit der Pandemie.

… für die bereits eine Erstgenehmigung für die Versorgung vorliegt und damit die Notwendigkeit aus medizinischer Sicht festgestellt ist, dürfen nicht gezwungen werden, ein Rezept für die Folgeversorgung vorzulegen, sodass weder die Betroffenen noch deren Pflegedienste oder -personen deshalb eine Arztpraxis aufsuchen müssen.
Daher: Verzicht auf das Rezept bei Folgeversorgungen.

… die in der gegenwärtigen Notsituation und der dadurch bedingten Belastung des Gesundheitswesens auf Arzttermine verzichten müssen, dürfen nicht durch Befristung bestraft werden.
Daher: Verlängerung der Rezeptgültigkeit von derzeit max. 28 Tagen auf mindestens drei Monate.

Des Weiteren fordern die Verbände für die Zeit der Corona-Epidemie:

  • Verlängerung der Lieferfristen für einen Übergangszeitraum, da sich bei einigen Betrieben schon Lieferengpässe und Zusatzbelastungen abzeichnen
  • Erhöhung der derzeitigen unterschiedlichen Genehmigungsfreigrenzen für einen Übergangszeitraum auf einheitlich 1.500,00 Euro, um eine schnelle Versorgung sicherzustellen
  • Verzicht auf persönliche Unterschriften bei Lieferscheinen, Empfangsbestätigungen etc.
  • Digitale Einweisung in Hilfsmittel erlauben, wo es möglich ist

Für die Leistungserbringer sei es zudem wichtig, dass Übergangsregelungen einheitlich für alle Krankenkassen geschlossen werden.

Über die Task-Force COVID-19

In der Task-Force COVID-19 haben sich folgende Verbände zusammengeschlossen: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, EGROH eG, Nowecor, RSR Reha-Service-Zing, rehaVital Gesundheitsservice GmbH, Verband Versorgungsqualität Homecare e.V., Sanitätshaus Aktuell AG und der Zentralverband Orthopädieschuhtechnik.

Gemeinsam vertreten sie Leistungserbringer in Deutschland, die mehr als 30 Millionen Patientenversorgungen jährlich verantworten und mehr als 4.500 Hauptbetriebe vertreten, die für eine wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung stehen.

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Tobias Kurtz / 19.03.2020 - 17:37 Uhr

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