Digitale Gesundheitsanwendungen sollen Patientinnen und Patienten unter anderem bei Rückenschmerzen, Depressionen oder chronischen Erkrankungen unterstützen. Inzwischen kennen 56 Prozent der Menschen in Deutschland die sogenannten Apps auf Rezept. Jede und jeder Fünfte hat bereits eine entsprechende Verschreibung erhalten, 15 Prozent haben sie auch eingelöst.
Weitere 36 Prozent haben bereits von Apps auf Rezept gehört, bislang jedoch keine verschrieben bekommen. Das geht aus einer repräsentativen Bitkom-Befragung unter 1.132 Personen ab 16 Jahren in Deutschland hervor. „Wer Wochen oder gar Monate auf einen Arzt- oder Therapietermin warten muss, sollte in dieser Zeit nicht allein gelassen werden“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.
44 Prozent der Befragten würden eine App nutzen, um lange Wartezeiten auf eine Behandlung zu überbrücken. Ein Drittel ist der Ansicht, dass eine App auf Rezept die Behandlung im Alltag erleichtert. Gleichzeitig sehen 41 Prozent für sich keinen persönlichen Nutzen, 27 Prozent verstehen den Nutzen der Anwendungen nicht.
Anbieter fordern verlässliche Rahmenbedingungen
Fast die Hälfte der Befragten wünscht sich mehr Orientierung: 49 Prozent sind der Auffassung, dass Ärztinnen, Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten häufiger über Apps auf Rezept informieren sollten. „Wem eine App auf Rezept helfen würde, sollte auch von dem passenden Angebot erfahren“, so Rohleder. „Dafür brauchen Ärztinnen und Ärzte einen guten Überblick über die Anwendungen, und für Patientinnen und Patienten muss der Weg von der Verordnung bis zur Nutzung möglichst einfach sein.“
Während digitale Gesundheitsanwendungen in der Bevölkerung grundsätzlich bekannt sind, hat sich die wirtschaftliche Lage vieler Anbieter nach eigener Einschätzung verschlechtert. In einer separaten Bitkom-Befragung unter 34 Unternehmen, die Apps auf Rezept entwickeln oder anbieten, berichten 85 Prozent von einer Verschlechterung ihrer Situation innerhalb der vergangenen zwei Jahre. 76 Prozent bewerten die Investitionssicherheit unter den aktuellen Rahmenbedingungen als gering oder sehr gering.
„Die App auf Rezept eröffnet digitalen Therapien einen geregelten Weg in die Gesundheitsversorgung und kann gerade angesichts knapper medizinischer Fachkräfte helfen, Versorgungslücken zu schließen. Damit Unternehmen weiter investieren und neue Angebote entwickeln, brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und planbare Anforderungen.“ Trotz der schwierigen Situation plant die Hälfte der befragten Anbieter, innerhalb der kommenden 24 Monate weitere Apps auf Rezept auf den Markt zu bringen.