Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Gesunde Arbeit. Anspruch und Wirklichkeit im Mittelstand“, die die Barmer gemeinsam mit F.A.Z. Business Media | research erstellt hat. Demnach stehen 27 Prozent der befragten Führungskräfte der betrieblichen Gesundheitsförderung skeptisch gegenüber. Weitere 33 Prozent zählen zu den „Zögernden“: Sie erkennen zwar deren Bedeutung, zweifeln jedoch an der Wirksamkeit entsprechender Angebote.
Überzeugte Befürworter finden sich laut Studie häufig in den Personalabteilungen. Dort fehle jedoch oftmals die Entscheidungsmacht, um die Gesundheitsförderung strukturell im Unternehmen zu verankern. „Der Mittelstand weiß, wie wichtig die Gesundheit der Mitarbeitenden ist. Doch ausgerechnet auf der Entscheidungsebene, die letztlich über das Gesundheitsmanagement im Betrieb bestimmt, ist die Skepsis am höchsten“, sagt Simone Schwering, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer.
In vielen mittelständischen Unternehmen bleibt es daher bei Einzelmaßnahmen. Am weitesten verbreitet sind eine kostenlose Getränkeversorgung mit 79 Prozent, ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze mit 63 Prozent sowie Angebote zur Bewegungs- und Gesundheitsförderung mit 62 Prozent.
Positive Erfahrungen mit betrieblichem Gesundheitsmanagement
Unternehmen, die bereits Maßnahmen zur Gesundheitsförderung umgesetzt haben, berichten überwiegend von positiven Effekten. Bei 59 Prozent hat sich das Betriebsklima verbessert, 56 Prozent verzeichnen eine höhere Arbeitszufriedenheit. Eine gestiegene Produktivität melden 34 Prozent, während bei 31 Prozent die Fehlzeiten gesunken sind.
Dem stehen zusätzliche Belastungen gegenüber: 41 Prozent der Unternehmen nennen höhere Kosten, 35 Prozent einen gestiegenen Verwaltungsaufwand. Schwering warnt dennoch davor, Gesundheitsförderung auf einzelne Angebote zu beschränken. „Es reicht nicht aus, höhenverstellbare Schreibtische zu beschaffen. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement erfordert eine Analyse der Bedarfe und die Einbeziehung der Belegschaft bei der Maßnahmenplanung“, betont sie.
Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel sieht die Barmer in einem gesunden Arbeitsumfeld einen Wettbewerbsvorteil. Ein strukturiertes Gesundheitsmanagement könne sowohl die Mitarbeiterbindung als auch die Arbeitgeberattraktivität stärken.