Die international führende Veranstaltung der International Society for Prosthetics and Orthotics (ISPO) findet erstmals in Lateinamerika statt. In der Ausstellung geben über 90 Aussteller einen Überblick über den weltweiten Markt der Hilfsmittelversorgung.
Das wissenschaftliche Kongress-Komitee stellte aus 450 Einreichungen ein viertägiges Programm zusammen. Es umfasst Keynote Vorträge, Symposien, Vortragsblöcke aus freien Einreichungen sowie praxisorientierte Kurse. „Das umfangreiche wissenschaftliche Programm bietet die Möglichkeit über die neuesten Forschungsergebnisse, Techniken und Innovationen zu diskutieren, um die Versorgungs- und die Lebensqualität von Menschen, die auf Prothesen, Orthesen, Mobilitätshilfen oder andere Hilfsmittel angewiesen sind, zu verbessern“, sagt Professor Deirdre Desmond, Vorsitzende des wissenschaftlichen Kongress-Komitees des 19. Weltkongresses der ISPO. Rund 400 Referenten aus der ganzen Welt beleuchten in ihren Vorträgen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und geben Einblicke in die Versorgungsmöglichkeiten.
ISPO-Weltkongress: Eröffnungszeremonie
Den Auftakt im Kongress bildet am 24. April die Eröffnungszeremonie, in dessen Rahmen die Knud Jansen Lecture gehalten wird. Die diesjährige Rednerin, Rosielena (Rosie) Jované, ist die Gründerin der ersten nationalen ISPO Mitgliedsgesellschaft in Mittelamerika und zählt zu den führenden Vertreterinnen im Bereich der Prothetik und Orthetik in der lateinamerikanischen Region. In ihrer Keynote „Art & Science: An equation that requires passion!“ wird sie über die untrennbare Verbindung zwischen Handwerk, Technologie und der Leidenschaft bei der kreativen und individuellen Versorgung der Patienten durch P&O-Experten sprechen.
In einer Tandem-Keynote präsentieren Orthopädie-Techniker Chris Parsons und die Künstlerin Sophie de Oliveira Barata das „Alternative Limb Project“. Die Prothesenkünstlerin Barata verbindet in ihren Werken modernste Technologie mit traditionellem Handwerk und schafft in Zusammenarbeit mit dem Orthopädie-Techniker Chris Parsons individuelle Kunstwerke für Prothesenträger. Sie sprechen in dem Vortrag am 25. April über die wichtigsten Etappen, Erfolge und Herausforderungen ihres in 2011 initiierten Projektes. In einem interaktiven Workshop am gleichen Tag können sich Teilnehmer gemeinsam mit den Referenten an der kreativen Ideenfindung für künstlerische Prothesen ausprobieren.
Digitale Transformation
Die Digitalisierung eröffnet bei der prothetischen und orthetischen Versorgung neue Möglichkeiten. Nach einer Schätzung der WHO wird sich der weltweite Bedarf an Hilfsmitteln von derzeit 35 bis 40 Millionen Menschen bis 2050 verdoppeln. Die digitale Transformation des Herstellungsprozesses könnte eine der vielversprechendsten Methoden sein, um den wachsenden Bedarf an orthopädietechnischer Versorgung zu decken. In dem Symposium “Digital transformation of prosthetic and orthotic services” am 25. April widmet sich ein Expertengremium dem Thema.
Als einen Höhepunkt im Programm heben die Veranstalter bdie Premiere der neuen WHO-Leitlinien zur Rollstuhlversorgung am 24. April hervor. Die neuen Leitlinien sind eine Weiterentwicklung der WHO-Rollstuhlleitlinien von 2008 und geben evidenzbasierte Empfehlungen für eine moderne und optimale Versorgungslösung. Referenten der WHO sowie der ISPO und der International Society for Wheelchair Professionals stellen die neuen WHO-Leitlinien vor.
Die meisten Vorträge werden auf Englisch gehalten und in fünf der acht Sitzungsräume wird simultan ins Spanische übersetzt. Einige wenige Vorträge, die in Spanisch gehalten werden, werden ins Englische übersetzt.
Das vorläufige Programm des 19. ISPO Weltkongresses ist online verfügbar.