Ottobock hat die Romedis GmbH mit Sitz in Neubeuern übernommen und integriert damit das Verfahren zur hydrostatischen Abdrucknahme mit UV-Lichthärtung in sein Portfolio für Orthopädiewerkstätten. Das System „Symphonie Aqua Polaris“ bietet eine Alternative zum klassischen Gipsabdruck und kann bei begrenzten räumlichen Ressourcen eingesetzt werden.
„Die Lösung von Romedis unterstützt die Orthopädiefachkräfte, ihre vorhandenen Ressourcen mithilfe von effizienten Abläufen einzusetzen und dabei eine gleichbleibend hohe Versorgungsqualität bei ihren Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Außerdem bietet sie das Potential, Menschen in Wachstumsmärkten oder auch Krisengebieten effektiv zu versorgen, wo die räumlichen Ausstattungskapazitäten zum Teil begrenzt sind“, so Dr. Falk Berster, Vice President Business Solutions bei Ottobock.
Die Akquisition soll den Geschäftsbereich O&P Business Solutions stärken und eröffne neue Möglichkeiten für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Prothesenschäften. Über die finanziellen Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.
Digitale Prozesskette mit 3D-Druck und TransferScan
Das System „Symphonie Aqua Polaris“ arbeitet mit einem Kunstharz-getränkten Glasfaserstrumpf, der über den Stumpf gezogen wird. Die anatomischen Gegebenheiten werden durch hydrostatischen Druck abgebildet, während gleichzeitig das Material per UV-Licht aushärtet. Innerhalb von zehn Minuten entsteht so ein belastbarer Abdruck, auf dessen Basis ein Testschaft gefertigt werden kann – in weniger als einer Stunde.
Die Technologie ist mit dem digitalen Versorgungsprozess von Ottobock kompatibel. Ein digitaler Zwilling des Testschafts kann per TransferScan erstellt und mithilfe des 3D-Drucks in einen Definitivschaft überführt werden. Für Leistungserbringer bedeutet das eine schnellere Anpassung, für Patientinnen und Patienten kürzere Wartezeiten.
„Wir freuen uns, dass wir mit Ottobock einen Partner finden konnten, der die besten Voraussetzungen mitbringt, um die Technologie weiterzuentwickeln und zu skalieren. So leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zum Wohl von Patientinnen und Patienten“, sagt Andreas Radspieler, Geschäftsführer der Romedis GmbH.