Den Abschluss des GP-Forums auf der Rehacare 2026 bildeten der Impulsvortrag „Von der Reha zur Preha! – Über die Zukunft der Sanitätshäuser, der Homecare- und der Hilfsmittelbranche“ von Prof. Dr. Thomas Druyen (Opta Data Zukunfts-Stiftung) und die Diskussionsrunde „Chance Prävention: Wie entwickelt sich das Gesundheitssystem – und was heißt das für die Hilfsmittelversorgung?“ mit Boris Pichler (Kaphingst), Detlef Möller (Stolle) und Joachim Geiger (Lifta), moderiert durch Tobias Kurtz.
In seinem Impulsvortrag gab Prof. Dr. Druyen einen Einblick in die Hilfsmittelstudie der Stiftung, die Mitte des Jahres in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie formulierte aus den Antworten Herausforderungen, aber auch Chancen, die die Branche in den kommenden zehn Jahren beschäftigen wird. „Die Nachfrage nach Gesundheitslösungen ist gigantisch“, so Druyen. Die Gesundheitsbranche sei eine der wenigen wirklich zukunftssicheren Branchen. Dennoch leidet die Branche laut Druyen darunter, das bekannte Informationen, wie der demografische Wandel, nicht in ein Handeln zu übersetzt würden. Als Chance für die Hilfsmittelbranche sieht Thomas Druyen künstliche Intelligenz. Zwar würde diese den Generationenkonflikt weiter anfachen, böte jedoch auch die Chance, Prozesse so zu verschlanken, dass notwendige Einsparungen gelingen könnten.
Der Einstieg in die Talkrunde zur Frage, ob Prävention ein geeignetes Geschäftsfeld für Sanitätshäuser darstellen könne, stand unter der Einschätzung der Experten, dass die Menschen zwar länger lebten, aber diese längere Zeit häufig in Krankheit verbrächten. Durch die entstehenden Hilfsbedarfe könne die Branche gut leben. Joachim Geiger, Lifta: „Wir brauchen immer eine Indikation, um Hilfsmittel anzubieten. Man kann es natürlich als Prävention sehen, dass wir mit unserer Arbeit schlimmeres verhindern.“
Boris Pichler warf die Frage der Branchenzugehörigkeit auf. Als Sanitätshaus sei man nicht in der Präventionsbranche tätig, wie es zum Beispiel Fitnesscenter seien. Zwar gäbe es Sanitätshäuser, die Fitnesstools und Präventionsangebote im Programm hätten, am Ende sei dies jedoch nicht das Kerngeschäft der Sanitätshausbranche.
Detlef Möller berichtete davon, dass Stolle schon vor Jahren versucht habe, den Altersdurchschnitt der Kundenstruktur zu senken. Am Ende laufe es jedoch trotzdem darauf hinaus, dass das meiste Geld mit den Kunden der Altersgruppe über 70 verdient werde. Joachim Geiger erwiderte darauf, dass eine Verjüngung der Altersstruktur dabei helfe, Hilfsmittel im Allgemeinen zu entstigmatisieren: „Je früher wir an die Zielgruppe rankommen, je früher diese Unterstützung stattfindet, umso wirtschaftlicher kann sie sein und das nicht nur für uns, sondern auch gesamtwirtschaftlich.“
Für Boris Pichler ist klar: „Wir müssen eigentlich vom Mindset eine Gesellschaft haben, die sich gesund hält und die Leute, die krank werden, dann über die Krankenkassen entsprechend abbilden. Wir dürfen nicht glauben, wir machen jetzt ein Präventionsbudget bei der Krankenkasse und retten damit die Gesamtsituation.“
Auch über das Thema Nachfolge ging es auch in der Talkrunde. Zwar versuche man, der jungen Generation den Wert der Gesundheitsberufe nahe zu bringen, leider scheitere die Begeisterung der zukünftigen Auszubildenden jedoch an den Gehaltsvorstellungen.
Als abschließenden Appell war sich das Forum einig: Man müsse die sich bietenden Chancen nutzen und schnell ins Handeln kommen.
Einen ausführlichen Bericht zur Rehacare und zum GP-Forum lesen Sie in der kommenden Ausgabe von GesundheitsProfi.