Goldstandard bei Sprunggelenkarthrose
Prof. Dr. Hans Polzer, Facharzt für Orthopädie, Standortleiter Innenstadt, Leiter Fuß und Sprunggelenk, MUM – Muskuloskelettales Universitätszentrum München (Teil der LMU), referierte zum Thema „Arthrodese des Sprunggelenkes“. Eine Arthrodese ist eine operative Gelenkversteifung und wird bei einer fortgeschrittenen Arthrose des Sprunggelenkes empfohlen. Das versteifte Gelenk ist dadurch belastbar und – im Idealfall – schmerzfrei. Hans Polzer hob die Bedeutung der optimalen Positionierung der Arthrodese hervor. „Diese ist essenziell, um ein gutes Ergebnis zu erreichen.“ Wenn möglich, sollte der Eingriff minimalinvasiv durchgeführt werden, da dadurch Komplikationen reduziert werden können und tendenziell ein besseres Ergebnis erreicht werden kann. Darüber hinaus stellte er klar, dass es keinen eindeutigen Beleg für einen Zusammenhang zwischen der Arthrodese und einer Anschluss-Arthrose gibt. Eine Arthrodese führe aber reproduzierbar zur Schmerz-Reduktion und verbessere das Gangbild nachhaltig.
Korrektur der Klumpfüße nach Ponseti
In ihrem Workshop demonstrierte Dr. Ute Brückner, Fachärztin und Oberärztin Orthopädie, Universitäts-Kinderspital beider Basel (Schweiz), die Ponseti-Methode bei Kindern mit Klumpfuß. Diese Behandlung umfasst eine Gipsredression, eine Achillessehnen-Tenotomie (Durchtrennung der Achillessehne), die mehrjährige Behandlung mit der Fuß-Abduktionsschiene und Langzeit-Kontrollen zum Rezidiv.
Ute Brückner hob hervor, dass sich diese Methode als sanfte Methode zur Behandlung von Klumpfüßen bewährt hat. Darüber hinaus erziele die Ponseti-Methode eine bessere Beweglichkeit des Sprunggelenks und verringere die Indikationen für weitere Operationen.
Yvonne Ahner, Physiotherapeutin aus Bamberg, war vom Nutzen des Workshops begeistert: „Dr. Brückner hat sehr anschaulich vermittelt, wie die einzelnen Handgriffe bei der Gipsredression erfolgen müssen. Ihr Beitrag zum Klumpfuß war für mich das Highlight des Fußsymposiums, da ich Patienten mit angeborenen Fußdeformitäten behandle. Nur durch kontinuierlichen fachlichen Austausch gelingt es, diese effektiv zu behandeln und Folgeschäden zu vermeiden.“
Bedeutung der manuellen Diagnostik
Dr. Stephan Biesenbach, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, ärztliche Leitung, Medifit, Schwelm, brachte den Teilnehmer:innen die manuelle Diagnostik am Beispiel des juvenilen Rückfußes näher. „In einer Zeit, in der den Möglichkeiten technischer Diagnostik starkes Vertrauen entgegengebracht wird, verliert die Diagnostik und Therapie mit der Hand immer mehr an Bedeutung. Gewebsreaktionen wie Temperaturveränderungen, Gewebespannung und Trophik der Haut sind für bildgebende Verfahren nicht erkennbar. Erst der manuelle Untersuchungsbefund ermöglicht eine vollständige Bewertung von Anamnese und Befunden. Deshalb ist es mir ein Anliegen, Untersuchungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Scheu vor der Komplexität der Fußanatomie zu nehmen.“