„2021 war für die Apotheken ein Ausreißerjahr, weil sie im Laufe der Corona-Pandemie immer mehr Leistungen von Bürgertests über Digitalzertifikate bis zu Impfungen übernommen haben.“ Dies erklärte Dr. Hans-Peter Hubmann, Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), anlässlich der DAV-Wirtschaftskonferenz am 27. April. Mehrarbeit und Sonderleistungen hätten die Umsätze erhöht, „aber damit ist dieses Jahr Schluss“. 2022 komme man zurück in den Normalbetrieb.
Der Netto-Gesamtumsatz in den Apotheken stieg laut ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände im Jahr 2021 um 5,5 Prozent auf 59,93 Mrd. Euro. Dazu kamen einmalige Sonderumsätze für Corona-Leistungen (u.a. Impfzertifikate, Impfstofflogistik, Bürgertests) in Höhe von 2,5 Mrd. Euro. Eine durchschnittliche Apotheke erwirtschaftete 2021 einen Netto-Umsatz von 3,1 Mio. Euro und erreichte ein Betriebsergebnis von 211.000 Euro. Ein Drittel davon sei pandemiebedingter Sonderertrag, der 2022 wegfällt. Angesichts der steigenden Kosten erwartet der Verband für 2022 ein Betriebsergebnis, das nominal auf dem Niveau des Jahres 2014 liegt.
Der Anteil der Apotheken an den Leistungsausgaben der Krankenkassen sei langfristig rückläufig und liegt nur noch bei 1,9 Prozent. Zugleich machten steigende Energiekosten, die Inflation und wachsende Personalausgaben aufgrund neuer Tarifabschlüsse den Apotheken zu schaffen. Hubmann: „Die Politik muss das im Blick haben. Die Betriebe müssen von Bürokratie entlastet werden, zum Beispiel im Bereich der Hilfsmittelversorgung. Sie brauchen mehr wirtschaftliche Sicherheit und ordnungspolitische Stabilität.“
Die Zahl der Apotheken sei laut ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände im 1. Quartal 2022 mit 18.362 Betriebsstätten auf einem neuen Tiefstand angekommen.
Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. ist die Spitzenorganisation aller Apothekerinnen und Apotheker. Sie zählt 17 Landesapothekerkammern und 17 Landesapothekerverbände zu ihren Mitgliedern.
Unter dem Dach der ABDA haben sich die Apothekerkammern in der Bundesapothekerkammer (BAK), die Apothekerverbände im Deutschen Apothekerverband e.V. (DAV) zusammengeschlossen.