Ottobock hat die Umsatzerlöse im Kerngeschäft im ersten Halbjahr 2026 um 7,7 Prozent auf 818,5 Mio. Euro gesteigert. Das organische Wachstum im Kerngeschäft betrug 6,7 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA im Kerngeschäft wuchs um 18,1 Prozent auf 207,0 Mio. Euro, die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich um 2,2 Prozentpunkte auf 25,3 Prozent. Der bereinigte Konzerngewinn stieg um 23,9 Prozent auf 85,1 Mio. Euro, der Konzerngewinn belief sich auf 67,3 Mio. Euro nach 28,0 Mio. Euro im Vergleichszeitraum. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 1,06 Euro (H1 2025: 0,47 Euro).
Zur positiven Margenentwicklung trugen laut Unternehmen neben dem organischen Umsatzwachstum ein positiver Produktmix durch das stärkere Wachstum im Produkt- & Komponenten-Geschäft (B2B), Skalierungseffekte, Effizienzverbesserungen sowie eine disziplinierte Kostenkontrolle bei. Der Free Cashflow lag bei 71,8 Mio. Euro (H1 2025: 93,2 Mio. Euro), der Verschuldungsgrad zum Ende des ersten Halbjahres bei 2,5x (Q4 2025: 2,3x).
„Wir blicken auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück, in dem wir uns durch starkes organisches Wachstum schneller als der Markt entwickelt haben. Unser Fokus lag ferner darauf, durch gezielte Investitionen und Akquisitionen unsere Anwendergruppen zu vergrößern und damit unsere führende Markposition weiter auszubauen“, so Oliver Jakobi, CEO der Ottobock SE & Co. KGaA.
Akquisitionen und Portfoliobereinigung
Neben dem organischen Wachstum setzte Ottobock im Berichtszeitraum auf gezielte Zukäufe und Beteiligungen. Über eine Investition in Blue Arbor Technologies, Inc. baute das Unternehmen sein Engagement im Bereich der Mensch-Maschinen-Schnittstelle aus. Mit der Akquisition von Fesia Technology erweiterte Ottobock sein Produktportfolio im Bereich der Funktionellen Elektrostimulation. Zudem verstärkte der Konzern durch die Übernahme von Blatchford Norway im Mai 2026 sein weltweites Versorgungsnetzwerk. Parallel führte Ottobock seine Portfoliobereinigung fort und vereinbarte den Verkauf des Rollstuhlgeschäfts „Human Mobility“.
Regional entwickelte sich die Region EMEA mit einem Umsatzanstieg von 12,2 Prozent auf 610,2 Mio. Euro am dynamischsten. In der Region Americas sanken die Umsatzerlöse durch negative Wechselkurseffekte, insbesondere aus dem schwächeren US-Dollar, um 5,1 Prozent auf 155,8 Mio. Euro, während das organische Wachstum in den USA bei 4,0 Prozent lag. Die Region APAC verzeichnete ein Umsatzwachstum von 1,0 Prozent auf 52,5 Mio. Euro.
Im Produkt- & Komponenten-Geschäft (B2B) stieg der Umsatz um 7,7 Prozent auf 461,6 Mio. Euro, getragen vor allem von den Bereichen Prothetik und Neuro-Orthetik. Das Patient Care-Geschäft (B2C) legte um 7,6 Prozent auf 356,9 Mio. Euro zu.
Auf Basis der Geschäftsentwicklung grenzt Ottobock seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach oben ein: Das organische Umsatzwachstum im Kerngeschäft wird nun in einer Spanne von 6 bis 8 Prozent erwartet (zuvor 5 bis 8 Prozent), für die bereinigte EBITDA-Marge im Kerngeschäft rechnet der Konzern mit mehr als 27,0 Prozent (zuvor mehr als 26,5 Prozent).