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Höchste Ausgaben je Versicherten für Hörhilfen

Barmer veröffentlicht Heil- und Hilfsmittelreport 2018

Barmer veröffentlicht Heil- und Hilfsmittelreport 2018 Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. (Foto: Barmer)

Die Barmer hat ihren Heil- und Hilfsmittelreport 2018 veröffentlicht. Demnach stiegen die Hilfsmittelausgaben 2017 im Vergleich zu 2015 um über 12 Prozent an.

Die Versicherten der Barmer haben im Jahr 2017 Hilfsmittel im Wert von 1,05 Mrd. Euro (+12,1%) erhalten. Dabei sei zu erkennen, dass Produktgruppen mit einem hohen Anteil an Verbrauchsmaterialien, wie etwa Stomaartikel oder Hilfsmittel bei Tracheostoma, hohe Kosten und hohe Verordnungsanzahlen aufweisen, heißt es in der Analyse der Barmer. Die höchsten Ausgaben je Versicherten verursacht die Produktgruppe Hörhilfen.

Der Anteil von Versicherten, die mit einem Hilfsmittel versorgt werden, werde häufig unterschätzt, teilt die Barmer mit. 22,2 Prozent der männlichen und 29,3 Prozent der weiblichen Versicherten erhielten im Jahr 2017 ein Hilfsmittel. Die Inanspruchnahme liegt in der Kindheit und Jugend bei Werten zwischen 13,1 und 25,0 Prozent, sinkt dann zunächst auf 10,4 Prozent bei den Männern und 12,1 Prozent bei Frauen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren ab, um dann mit zunehmendem Alter stetig anzusteigen.

Zwischen den Bundesländern unterscheiden sich die Verordnungszahlen. So entfallen beim Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern 88 Hilfsmittelverordnungen auf 100 Versicherte, während es in Baden-Württemberg nur 69 sind (Bundesdurchschnitt 80). Aufgrund der direkten Standardisierung seien diese Unterschiede nicht auf Alters- oder Geschlechtsunterschiede zurückzuführen. Auch im Hinblick auf die Kosten je Versicherten sind regionale Unterschiede erkennbar. Diese reichen von 94,89 Euro in Baden-Württemberg bis 114,62 Euro in Thüringen (Bundesdurchschnitt 106,22 Euro). Baden-Württemberg und Bayern weisen somit nicht nur die geringste Anzahl an Verordnungen auf, sondern auch die geringsten Kosten je Versicherten im Jahr 2017.

Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandvorsitzender der Barmer, ist überzeugt: „Auch in Zukunft werden die Kosten bei der Heil- und Hilfsmittelversorgung weiter ansteigen. Bereits für das Jahr 2018 hatten die Ersatzkassen Preissteigerungen von über 15 Prozent vereinbart. Durch die geplanten Gesetzesänderungen werden die Ausgaben allein bei den Heilmitteln wiederum im dreistelligen Millionenbereich anwachsen.“

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Tobias Kurtz / 17.01.2019 - 09:59 Uhr

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