Ist die erste Generation der panthera CF Prothesenfüße für Anwender der Mobilitätsklassen 2 bis Anfang 3 geeignet, kommt mit der nächsten Evolutionsstufe, dem panthera CF II, deutlich mehr Dynamik in die Fuß-Versorgung. Zielgruppen sind aktive Anwender der Mobilitätsklassen 3 und 4, also Prothesenträger, die gerade bei Fersenkontakt und Zehenablösung eine dynamischere Unterstützung benötigen.
Die Entwickler der medi panthera CF Technologie legten von Anfang an großen Wert auf das optimale Zusammenspiel von Stabilität, Dynamik und einer flüssigen Vorwärtsbewegung. Diese drei Eigenschaften werden laut Anbieter durch die frei hängende Carbonfeder sowie "medi Torsion Flex Control" verwirklicht. "Dahinter steht die gemeinsame Wirkung eines Mehrlagenprinzips mit Zwischenlagen-Elastomer, der Fersendämpfung mit Drehpunktprinzip sowie der Multiaxialität. Diese Technologien sind typisch für die panthera CF Prothesenfüße", sagt Friedrich Esch, verantwortlicher Produkt Marketing Manager Prothetik.
Dynamischer Gang – sicherer Stand
Die intelligente Verbindung von Elastomeren (dämpfend) und Carbonlagen (energiespeichernd) soll ermöglichen, die positiven Eigenschaften beider Materialien effektiv für eine kontrollierte Dynamik zu nutzen. Zudem wird eine dauerhafte und permanente Interaktion erreicht, vergleichbar mit einem parallelen Feder-Dämpfersystem im Automobilbereich. Ergebnis: Die beim Auftritt in das System eingebrachte Energie wird fließend von der Ferse über die einzelnen Teilbereiche der Standphase bis zur Zehenablösung weitergeleitet und mündet schließlich in einem harmonisch, dynamischen Gangbild. Die besondere Fersenkonstruktion sowie ein integriertes Zwischenlagen-Elastomer gestattet dabei die dosierte, kraftabhängige Verbiegung und Verwringung der Carbonfeder.
Der Fuß gleicht unebene Untergründe, wie beispielsweise auf Wanderwegen oder im Garten, aus, und der Anwender kann sich sicher bewegen. Hinzu kommt eine progressive Fersendämpfung, d. h, je mehr Kraft auf die Ferse einwirkt, umso mehr setzt die dämpfende Wirkung ein. Die Dynamik wird durch das Drehpunktprinzip unterstützt. Nach dem Fersenkontakt dreht sich der Fuß um einen Drehpunkt nach vorne. Der obere und untere Teil der frei hängenden Carbonfeder biegen sich auf, der Anwender wird in Bewegungsrichtung unterstützt und gelangt in einen frühzeitigen Vollfußkontakt. Es folgt der fließende Übergang in die Zehenablösung. Die progressive Vorfußdynamik sorgt im Anschluss für einen dynamischen Abstoß.
In sämtlichen Teilphasen des Bewegungsablaufes ist die frei hängende, durchgehende Carbonfeder eines der wichtigsten Bauteile des panthera CF II. Ihr Vorteil: Sie kommt ohne Verklebung oder Verschraubung aus. Die Wirkungskette wird dadurch nicht unterbrochen, die Energie kann ungehindert fließen. Der panthera CF-Träger profitiert somit von einem sehr harmonischen und dynamischen Abrollverhalten bei hoher Energie-Effizienz.
Individualität dank Flexibilität
Jeder Prothesenträger hat ganz eigene Vorstellungen und Ansprüche an seinen Prothesenfuß. Mit der hohen Individualisierbarkeit des panthera CF II kann der Orthopädietechniker diesen Wünschen millimetergenau entsprechen, sowohl an der Ferse wie auch beim Vorfuß. Möglich machen dies die Einsteckelastomere in zwei Härtegraden, die der Techniker sowohl in der Ferse wie auch im Vorfuß individuell zuschneiden kann. Wünscht der Anwender eine besonders weiche Ferse, kann man beispielsweise auf das Einsteckelastomer verzichten. Adäquat dazu können im Vorfuß Zeitpunkt und Intensität des Kraftanstieges je nach Wunsch durch Kürzen eingestellt werden. Wird auf das Elastomer verzichtet, verursacht dies einen späteren Kraftanstieg, da sich der obere und der untere Federbereich im Vorfuß später berühren. Die Intensität des Vorschubs ist somit geringer als mit Einsteckelastomer. "Mit den zur Verfügung stehenden Einsteckelastomeren sind dem versorgenden Techniker kaum Grenzen gesetzt. Gemeinsam mit dem Prothesenträger wird so ein ganz individueller Prothesenfuß geschaffen", sagt Friedrich Esch.
Hochwertige Fußkosmetik
Die Modelle der medi panthera CF Generation erhalten eine hochwertige Fußkosmetik mit integriertem Schutztextil. Damit ist kein aufwendiges Überziehen einer Spectra-Socke notwendig. Dank der Schaumanschlusskappe, die es in drei Größen gibt, lässt sich die Kosmetik beispielsweise für Wartungsarbeiten leicht entfernen. Die Passform unterstützt den frühzeitigen, flächigen Bodenkontakt und bietet sicheren Halt des Fußmodels. Die Markteinführung des panthera CF II erfolgt in Deutschland und Österreich im Juni 2013.