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Orthopädietechnik

ISPO Weltkongress 2019 findet in Japan statt

Nach sechs Jahren ist der Weltkongress der International Society for Prosthetics and Orthotics (ISPO) wieder in Asien zu Gast. Veranstaltungsort vom 5. bis 8. Oktober 2019 ist das japanische Kobe.

Japan ist der weltweit zweitgrößte Markt für medizinische Produkte und Dienstleistungen, teilt die Leipziger Messe International mit. Sie organisiert einen finanziell geförderten Firmengemeinschaftsstand in der begleitenden Industrieausstellung.

Kobe wird für vier Tage zum Zentrum für internationale Experten, die unter dem Motto „Basics to Bionics“ die Möglichkeiten der Hilfsmittelversorgung reflektieren. Aussteller aus der ganzen Welt präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen und haben dabei insbesondere auch die Märkte in Südostasien in Visier. Es werden Fachbesucher aus mehr als 100 Ländern erwartet. Der ISPO Weltkongress findet alle zwei Jahre in einem anderen Land statt. Die Teilnehmerstruktur variiert von Land zu Land. Vor zwei Jahren trafen sich mehr als 2.000 Teilnehmer und Industrievertreter.

„Ziel der ISPO ist es, den Weltkongress in verschiedenen Teilen der Welt stattfinden zu lassen, um die ausrichtenden nationalen Mitgliedsverbände zu unterstützen sowie den Austausch zwischen Fachleuten, Verbrauchern, der Industrie und Entscheidungsträgern zu erleichtern und zu fördern“, erklärt der Präsident der ISPO, Friedbert Kohler. „Ein weiteres Ziel des Weltkongresses ist es, den Fokus von Entscheidungsträgern, Verbrauchern, Fachleuten, der Industrie und der Öffentlichkeit auf die Bedürfnisse der Menschen zu lenken, die von Hilfsmitteltechnologien wie Gehhilfen, Orthesen und Prothesen profitieren. Um dies zu erreichen, wird der Weltkongress auch in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen ausgerichtet.“

Das Motto „Basics to Bionics“ spiegelt die gesamte Bandbreite in der Rehabilitation und Hilfsmittelversorgung wieder – von traditionellen Ansätzen bis hin zu komplexen Interaktionen zwischen Mensch und Technik (Rehabilitationsrobotik). Auf dessen Grundlage stellt das Scientific Committee das Programm des Weltkongresses zusammen.

Keynote-Speaker aus Psychologie, Biomechanik und Physiotherapie

Die ersten Keynote-Speaker aus der Wissenschaft stehen fest: Dr. Deirdre Desmond ist Dozentin am Department of Psychology und Mitglied des Assisting Living & Learning (ALL) Institute an der Maynooth University in Irland. Ihre Forschung fokussiert unter anderem psychosoziale Aspekte der unterstützenden Technologien. Ihr Thema lautet „Komplexe Verpflechtungen: Menschen und unterstützende Technologien“.

Dr. Max Ortiz Catalan ist Dozent am Department of Electrical Engineering an der Chalmers University in Schweden. Zum ISPO Weltkongress 2019 spricht er über „Osteo-neuromuskuläre Integration von Prothesen und Neurorehabilitation von Phantomschmerzen in den Gliedmaßen“.

Prof. Eiichi Saitoh ist ein zertifizierter Physiotherapeut und unter anderem Executive Vice President der Fujita Health University sowie Professor und Vorsitzender des Department of Rehabilitation Medicine an der Fujita Health University School of Medicine in Aichi, Japan. Er referiert über aktivitätsunterstützende Robotik aus Sicht der Rehabilitationsmedizin.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung wird auch 2019 die Knud Jansen Lecture gehalten, für die das ISPO-Board David Constantine ausgewählt hat. Er ist Mitgründer von „Motivation“, einer Wohltätigkeitorganisation, die selbstgetragene Projekte initiiert, um die Lebensqualität von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu verbessern. Bei einer Reise in Australien brach er sich 1982 bei einem Tauchunfall den Hals auf Höhe des C4/5. Mit gerade einmal 21 Jahren war er querschnittsgelähmt. Statt einer Karriere in der Landwirtschaft machte Constantine seinen Abschluss in Informatik sowie seinen Master in Computer Related Design am Royal Collage of Art in London. Während dieser Zeit entwarf er mit seinem Kommilitonen Simon Gue einen Rollstuhl für Entwicklungsländer. Hiermit startete Anfang der 1990er Jahre das erste „Motivation“-Projekt: erschwingliche und angemessene Rollstühle in einem einfachen Design herzustellen.

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Tobias Kurtz / 22.01.2019 - 08:00 Uhr

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