Kerstin Protz wurde für ihre Übersichtsarbeit „Mehr Druck aufbauen: Kompressionstherapie in Deutschland – Herausforderungen und Lösungsansätze“ mit dem Juzo Forschungspreis Phlebologie 2026 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 11. September 2026 während des Gesellschaftsabends der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie (DGPL) in Weimar statt.
Die Arbeit untersucht bestehende Herausforderungen bei der Kompressionstherapie in Deutschland. Obwohl deren Wirksamkeit wissenschaftlich umfassend belegt ist und sie insbesondere bei venösen Ulzera zu den zentralen Säulen der konservativen Behandlung zählt, wird sie im Versorgungsalltag häufig nicht leitliniengerecht umgesetzt. Die Analyse zeigt unter anderem Defizite bei Diagnostik, Verordnung und Anwendung sowie Wissenslücken bei Versorgenden und Betroffenen auf.
„Mit dem Juzo Forschungspreis möchten wir Arbeiten anerkennen, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkretem Nutzen für die Versorgung verbinden. Die Übersichtsarbeit von Kerstin Protz erfüllt diesen Anspruch in besonderer Weise und leistet einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Versorgungspraxis“, sagte Uli Frey, Leiter Medical Affairs bei Juzo, bei der Preisverleihung.
Praxisnahe Ansätze für eine bessere Versorgung
Eine nicht sachgerechte Kompressionstherapie kann laut der Übersichtsarbeit zu verzögerter Wundheilung, häufigen Rezidiven und einer verminderten Lebensqualität der Betroffenen führen. Hinzu kommen erhebliche Kosten für das Gesundheitssystem. Als mögliche Lösungsansätze nennt die Arbeit unter anderem eine leitlinienbasierte Checkliste, digitale Lernangebote und patientenzentrierte Maßnahmen zur Förderung der Therapieadhärenz.
„Die Kompressionstherapie ist eine der wirksamsten konservativen Behandlungsmethoden in der Phlebologie und Lymphologie. Umso wichtiger ist es, bestehende Versorgungshürden zu identifizieren und gemeinsam Lösungen für die Praxis zu entwickeln“, betonte Kerstin Protz anlässlich der Preisverleihung.
Mit dem Forschungspreis zeichnet der Hilfsmittelhersteller Juzo jährlich wissenschaftliche Arbeiten aus, die zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit venösen Erkrankungen beitragen. Die Erkenntnisse der prämierten Arbeit sollen dazu beitragen, die evidenzbasierte Kompressionstherapie effektiver und nachhaltiger in der Versorgungspraxis umzusetzen.