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Mangelernährung von Wundpatienten „gut therapierbar“

Mangelernährung von Wundpatienten „gut therapierbar“

Neue Ernährungs-Algorithmen auf Deutschem Wundkongress vorgestellt

Die Heilungschancen chronischer Wunden hängen maßgeblich von einer adäquaten Wundversorgung und der Ernährungssituation der Patienten ab. Dies berichtete Dr. Thomas Eberlein, Dermatologe, Venerologe und Allergologe von der Deutschen Wundakademie DWA aus Hamburg am 15. Mai 2013 auf dem Deutschen Wundkongress in Bremen im Rahmen eines Symposiums von Fresenius Kabi Deutschland und 3M. Wie die Unternehmen weiter mitteilen, stellte er dabei die neuen Handlungsalgorithmen zur Ernährungstherapie bei Patienten mit Dekubitus, Ulcus cruris venosum und Diabetischem Fußsyndrom vor.

Die Algorithmen ergänzen eine Lücke in den Empfehlungen für die Ernährungstherapie. Bislang gibt es dort noch keine differenzierten Empfehlungen für die ernährungstherapeutische Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden.

Ernährungsdefizite führten häufig zu Wundheilungsstörungen und begünstigen die Entstehung chronischer Wunden. "Es ist deshalb in allen Phasen der Wundheilung auf eine ausreichende Versorgung mit Energie, Protein und Flüssigkeit zu achten", betonte Dr. Eberlein. Er empfiehlt auch, die Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen zu optimieren.

"Die Mangelernährung von Wundpatienten lässt sich gut therapieren", so der Experte weiter. Entscheidend sei ein frühzeitiges Screening und – wenn nötig – eine rasche Ernährungstherapie. Den Entscheidungsweg für oder gegen eine Ernährungstherapie erläuterte Dr. Eberlein unter anderem am Beispiel Dekubitus.

Handlungsalgorithmus Dekubitus

Bei einem vorhandenen Dekubitus besteht gemäß dem neuen Algorithmus ein relevantes Ernährungsrisiko im Zusammenhang mit Anzeichen für Mangelernährung bei einer Wundgröße von mehr als 100 cm2, einer Wundtiefe der Kategorie 3 oder 4, einer starken Exsudation oder bei Wundinfektion. In dieser Situation sollte zusätzlich zu einer adäquaten Druckentlastung nicht nur auf eine phasengerechte Wundversorgung geachtet werden. Je nach Risiko wird auch eine Ernährungsberatung oder die Gabe einer proteinreichen Trinknahrung von dem Experten empfohlen. Ist der Bedarf mit Trinknahrung nicht zu decken, profitierten viele Patienten von einer ergänzenden Sondenernährung, wenn dies im Einklang mit dem Therapieziel stehe.

Auch die Europäischen und Amerikanischen Gesellschaften zur Prävention und Behandlung von Dekubitus (EPUAP und NPUAP) empfehlen in ihrer Dekubitus-Leitlinie (Evidenz A) die frühzeitige ergänzende Ernährungstherapie.

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Tobias Kurtz / 22.05.2013 - 13:04 Uhr

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