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MLP Gesundheitsreport 2016 veröffentlicht

MLP Gesundheitsreport 2016 veröffentlicht

Geteilte Meinung: Während die Bürger die Gesundheitspolitik positiv bewerten, erntet sie von Ärzten laut MLP Gesundheitsreport 2016 häufig schlechte Noten.

Rund 40 Milliarden Euro zusätzlich lenkt die Politik laut Rheinisch-Westfälischem Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) bis 2020 für Mehrleistungen ins Gesundheitssystem. Die Investition zahlt sich laut des 9. MLP Gesundheitsreports 2016 aus: Mit 40 Prozent haben erstmals mehr Bürger einen guten Eindruck von der Gesundheitspolitik als einen schlechten. Gleichzeitig beurteilen Patienten und Ärzte das heutige Gesundheitswesen insgesamt weiterhin positiv. Dies ist ein Kernergebnis des 9. MLP Gesundheitsreports, durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach. Befragt wurden 1.920 Bundesbürger und über 500 Ärzte.

Fast zwei Drittel der Ärzte stellen der Politik kein gutes Zeugnis aus. Deutlich mehr Krankenhausärzte als vor zwei Jahren berichten darüber, dass sie aus Budgetgründen schon auf notwendige Behandlungen verzichtet haben; gleichzeitig haben 40 Prozent der Bürger das Gefühl, dass ihnen eine Behandlung oder ein Medikament vorenthalten wurde. Außerdem klagen 56 Prozent über zu lange Wartezeiten beim Arz.

Zwei-Klassen-Medizin erwartet

Für die kommenden Jahre rechnen alle mit einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung – vor allem in ländlichen Regionen. Mit einer Zwei-Klassen-Medizin rechnen sowohl Ärzte (70 Prozent) als auch Bürger (67 Prozent). Die Bevölkerung erwartet vor allem steigende Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (81 Prozent) und befürchtet, dass verstärkt Kosten der medizinischen Versorgung selbst zu tragen sind (72 Prozent).

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Tobias Kurtz / 21.09.2016 - 13:06 Uhr

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