Wenn es um die eigene Situation geht, sind die Unternehmen etwas optimistischer gestimmt: Auf einer Skala von 1 bis 10 betrachten Dienstleister mit durchschnittlich 7,8 Punkten ihre Situation am besten, gefolgt von den Industrieunternehmen mit durchschnittlich 7,1 Punkten. Nur die Sanitätshäuser bewerten mit 6,6 Punkten die eigene Situation nur mittelprächtig. Das mag an den Herausforderungen liegen, die Sanitätshäuser für die zweite Jahreshälfte auf ihren Schirmen haben. Dabei steht der Fachkräftemangel ganz oben auf der Agenda. Fast alle Unternehmen kämpfen damit, Fachkräfte zu finden oder zu halten.
Ähnlich die Situation bei den Industrieunternehmen: Zusammengefasst knapp 84 Prozent sehen das Thema Fachkräftemangel als große Herausforderung für ihr Business an. Knapp 10 Prozent stehen dem Thema neutral gegenüber, zusammengefasst empfinden knapp 7 Prozent das Thema als wenig bis gar nicht herausfordernd.
Auch die Dienstleister beschäftigen sich mit dem Fachkräftemangel. Hier sehen zusammengefasst 60 Prozent der Befragten das Thema Mitarbeiter als herausfordernd, 40 Prozent stehen dem neutral gegenüber.
Auch die Erstattungspreise treiben die Sanitätshäuser um. 41,4 Prozent nehmen das Thema als herausfordernd wahr, rund 39 Prozent sogar als stark herausfordernd. Auch die Industrie bewegt das Thema Erstattungspreise. Zwar sehen hier nur 12,5 Prozent eine starke Herausforderung, jedoch nehmen 43,7 Prozent es als Herausforderung wahr. Zusammengefasst rund 13 Prozent der befragten Industrieunternehmen sehen im Thema Erstattung keine bis wenig Herausforderungen.
Für Dienstleister spielen Erstattungspreise eine eher untergeordnete Rolle: Während 20 Prozent das Thema als herausfordernd wahrnehmen, stehen 50 Prozent der Befragten dem neutral gegenüber, zusammengefasst 30 Prozent sehen es als wenig bis gar nicht herausfordernd an.
Anders verteilt es sich beim Thema Kostendruck. Hier sind besonders Dienstleister und die Industrie betroffen. In der Industrie ist der Druck besonders stark zu spüren, fast 90 Prozent der Befragten geben das Thema als stark herausfordernd an, bei den Dienstleistern sind es immerhin knapp die Hälfte der Befragten. Auch für die Sanitätshäuser spielen die Kosten eine Rolle, jedoch gibt es Themen wie Erstattung und Fachkräfte, die sie stärker beschäftigen.
TI – eine Herausforderung für den Handel
Der Start der elektronischen Patientenakte (ePA) im Januar 2025 und des E-Rezepts für Hilfsmittel ab Januar 2027 stellt besonders die Sanitätshäuser vor die Aufgabe, Prozesse umzustellen und technisch aufzurüsten. Deshalb nehmen viele Häuser die Investition in und die Vorbereitung auf die Telematik-Infrastruktur (TI) als Herausforderung wahr. Über die Hälfte der Befragten (60,9 Prozent) geben an, das Thema als stark herausfordernd oder herausfordernd anzusehen. Knapp ein Drittel stehen dem neutral gegenüber, circa 7 Prozent sehen darin keine bis wenig Herausforderungen.
Für die Industrie spielt die TI eine eher untergeordnete Rolle: Knapp 39 Prozent nehmen sie zwar als herausfordernd wahr, dem gegenüber stehen allerdings 35,4 Prozent, die das Thema neutral beurteilen, rund 25 Prozent sehen es als wenig bis nicht herausfordernd an. Anders stellt es sich bei den Dienstleistern dar, bei denen 50 Prozent der Befragten die Vorbereitung und Anbindung an die TI als herausfordernd wahrnehmen. 30 Prozent stehen dem Thema neutral gegenüber, nur 20 Prozent empfinden es als wenig herausfordernd.