Der erste Themenblock beschäftigte sich mit manueller Lymphdrainage. Dr. Ingelore Warsow hob hervor, dass eine Behandlung nur dann erfolgreich sein könne, wenn alle aus der Versorgungskette inklusive Patient gemeinsam an einem Strang ziehen. Kerstin Waldvogel-Röcker demonstrierte eine manuelle Lymphdrainage des Gesichts und forderte die Teilnehmenden auf, es ihr gleichzutun.
Dr. Barbara Netopil, Ärztin für Rehabilitationsmedizin in Königstein, setzte sich mit Brustkrebs und der anschließenden Bildung von Lymphödemen auseinander. Sie wies darauf hin, dass ein Lymphödem nach einer Brustkrebs-Operation minimiert werden könne. Dafür sollte weniger radikal eingegriffen und Bestrahlungen der Lymphabflusswege sowie Silikonimplantate vermieden werden.
Danach zeigte Claudia Horrer, Leitung Akademie von Amoena Versorgungsmöglichkeiten für brustkrebserkrankte Frauen auf. Dr. med. Simon Classen erklärte, „warum die Lymphologie in die Pflichtvorlesung des Medizinstudiums gehört“. Er zeigte auf, in welchen Phasen des Studiums derzeit über die Lymphologie gesprochen werde. Ein eigenständiger Schwerpunkt im Lehrplan fehle aktuell komplett.
Die Veranstaltung deckte ein breites Themenspektrum ab. Während Yogalehrerin Martina Heldt über die positiven Auswirkungen von Yoga auf Krebspatientinnen berichtete, zeigte Kerstin Waldvogel-Röcker die Bandagierungsmöglichkeiten bei einem Genitallymphödem. Katja Wagner, Lipödembetroffene und Gründerin der Selbsthilfegruppe LiLy Turtles, stand Modell.
Lymphsymposium: Lipödem und Ernährung
Andrea Barth, Diplom-Oecotrophologin und Lipödem-Erkrankte, gab Empfehlungen für eine symptomlindernde Ernährung: „Eine anti-entzündliche Ernährungsweise, die darmfreundlich, fleisch-, zucker- und alkoholarm ist, hat Auswirkungen auf das Lipödem.“ Katja Wagner bestätigte die Wirksamkeit einer Ernährungsumstellung und gab Tipps für die schnelle Küche im Alltag.
Ruth Leitenmaier setzte sich mit Fragen der Rechtsprechung auseinander. Seitens der Krankenkassen werde die Genehmigungsfiktion immer wieder missverständlich ausgelegt. Auch der Grad der Behinderung sei immer wieder ein Konfliktthema zwischen Antragstellern und Genehmigern.
Durch die Veranstaltung führte Michaela Lundius, Leiterin Akademie bei Ofa Bamberg.