Der Hilfsmittelmarkt von heute sieht sich mit vielen Herausforderungen konfrontiert – angefangen beim Online-Handel über Ausschreibungen bis hin zu neuen gesetzlichen Regelungen. Beim Bamberger Inhaberseminar am 22. und 23. Juni hat Ofa Bamberg diese Themen aufgegriffen und rund 30 Sanitätshausbesitzer zum fachlichen Austausch eingeladen. Rege Diskussionen entwickelten sich aus den vier praxisnahen Vorträgen zu Netzwerkarbeit, Kundenorientierung, Personal- und Finanzmanagement.
"Das Sanitätshaus im Netzwerk – was ist rechtlich erlaubt, was nicht" lautete das von Diplom-Pflegewirt Thorsten Müller. Wettbewerbs-, Berufs-, Sozial- und Verbandsrecht weisen die Kooperationsmöglichkeiten zwischen Fachhandel und Ärzten in klare Grenzen. Deshalb warnt Müller die Zuhörer in seinem charmanten pfälzischen Dialekt: "Uffbasse!".
Erfolgsfaktor Kunden- und Verkaufsorientierung
"Sie brauchen das Rezept nicht für Ihren Erfolg!" Mit dieser Botschaft lenkte Prof. Christian Gündling den Fokus der Seminarteilnehmer weg vom klassischen Rezeptgeschäft hin zum Thema Kundenorientierung. In verstärkter Kunden- und Verkaufsorientierung liege die Chance für einen "Quantensprung im Wettbewerb", so der Marketing-Professor von der Jade-Hochschule Wilhelmshaven.
Ein Missverständnis verbirgt sich in der Redewendung "Der Kunde ist König". Diese Auffassung mache Verkäufer zu einer Art "Sklaven" des Kunden, kritisierte der Professor. Wichtig sei vielmehr ein Verhältnis auf Augenhöhe.
Michael Gersmann, Inhaber und Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft med IQM in Soest, setzte sich mit Personalentwicklung auseinander. Unter der Prämisse "Personalentwicklung ist Zukunftssicherung" stellte er relevante Aspekte anhand praktischer Beispiele vor. Eine gut aufbereitete Stellenanzeige als Muster, ein Leitfaden für das Bewerbungsgespräch und zahlreiche Tipps waren der Einstieg in seinen Vortrag.
So simpel die Aussage auch klingen mag: Die Zahlen im Auge zu behalten, ist äußerst wichtig. André Friedrichs, einer der Geschäftsführer der Steuerberatungsgesellschaft Senge & Friedrichs aus Meschede, gab hilfreiche Anleitungen zur betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweise moderner Sanitätshausführung.
Neben vielen Anregungen für ihren Arbeitsalltag und die Zukunft des medizinischen Fachhandels nahmen die Teilnehmer 9 IQZ-Fortbildungspunkte mit nach Hause. Das nächste Inhaberseminar wird am 6. und 7. Juni 2016 stattfinden.