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Umsatzziel eine Milliarde Euro

Ottobock steigert Umsatz und kündigt Investitionen an

Ottobock steigert Umsatz und kündigt Investitionen an Ottobock CEO und CFO Philipp Schulte-Noelle (Foto: Ottobock)

Das Medizintechnikunternehmen Ottobock hat seinen Umsatz im Jahr 2018 um 6,7 Prozent auf 927 Mio. Euro erhöht. Möglichen Risiken um die Übernahme von Freedom Innovations werde vorgebaut.

Ottobock führt das Wachstum laut einer Unternehmensmitteilung nicht zuletzt auf die steigende Nachfrage im Kernbereich Prothetik (+7,2 %) und einer Trendwende im Bereich Mobility/ Hightech Rollstühle (+10,1%) zurück. Dank einer höheren Effizienz stieg der bereinigte operative Gewinn vor Sondereffekten (Underlying EBITDA) um 15,9 Prozent auf den Rekordwert von 174 Mio. Euro. „Die starke Performance im Jahr 2018 bestätigt unseren Zukunftskurs als Technologieführer und Anbieter bestmöglicher Versorgung. Auch 100 Jahre nach der Gründung durch meinen Großvater Otto Bock ist unser Credo: Lebensqualität und Mobilität für Menschen mit Handicap“, sagt Prof. Hans Georg Näder, Vorsitzender des Verwaltungsrats. Marcus Brennecke, Global Co-Head Private Equity bei EQT und Mitglied des Verwaltungsrats von Ottobock, ergänzt: „Als Investor, der 20 Prozent am Unternehmen hält, haben wir viel Freude an Ottobock und seinem dynamischen Wachstumskurs.“

Unsicherheit um Freedom Innovations

Dabei sei der Verwaltungsrat dem Vorschlag der Geschäftsführung gefolgt, finanziellen Risiken aus der zur Zeit auf Eis liegenden Übernahme des US-Unternehmens Freedom Innovations (FI) vorzubauen. „Im Geist eines vorsichtigen Kaufmanns haben wir aufgrund der rechtlichen Unsicherheit 78 Mio. Euro im Zusammenhang mit FI abgeschrieben“, sagt Philipp Schulte-Noelle, CEO und CFO von Ottobock.

Hintergrund: Am 8. Mai hat Ottobock of North America, Inc. angekündigt, Widerspruch gegen die erstinstanzliche Entscheidung der Federal Trade Commission (FTC) der USA einzulegen. „Wir glauben weiterhin, wie bereits beim Erwerb von Freedom Innovations im September 2017, dass die Kombination mit Freedom Innovations im besten Interesse der Anwender und der Branche ist. Ottobock wird weiterhin mit der FTC kooperieren, um eine für alle Seiten gute Lösung zu finden“, sagt Brad Ruhl, Managing Director von Ottobock North America. „Wir werden Freedom Innovations auch weiterhin als starkes, unabhängiges Unternehmen betreiben. Mit Blick auf die Zukunft sind sowohl Ottobock als auch Freedom Innovations weiterhin bestrebt, unsere langfristigen Strategien umzusetzen und unsere Kunden zu bedienen, indem sie ihnen eine Auswahl der innovativsten Lösungen anbieten, die ihren Bedürfnissen entsprechen.“

Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz (KI)

Im Rahmen seines Zukunftsplans investiert Ottobock nach eigenen Angaben an allen Standorten in die digitale Transformation und Künstliche Intelligenz (KI) in der technischen Orthopädie. Allein für die Digitalisierung und entsprechende IT-Systeme habe das Medizintechnikunternehmen bis zum Jahr 2022 bis zu 50 Mio. Euro an Investitionen vorgesehen.

In Duderstadt baut Ottobock das Logistikzentrum und das so genannte iFab zur individuellen digitalen Fertigung unter Einsatz von KI von Prothesen und Orthesen aus. Dazu kommen weitere Centers of Excellence. Im Bereich Fertigung (Operations) investiere Ottobock 2019 und 2020 gut 15 Mio. Euro zusätzlich. Ein Schwerpunkt sei die Optimierung des CNC-Fräszentrums.

In Wien will Ottobock den High-Tech-Standort ausbauen, an dem neue Myo-elektronische und mikroprozessorgesteuerte Produkte hergestellt werden. Dafür seien fast 2 Mio. Euro vorgesehen. In Königsee liegt der Fokus auf der flexiblen Fertigung kundenindividueller Rollstühle und Zubehör. Dazu investiert Ottobock in Operations zusätzlich 600.000 Euro.

Neue Produktion in Südosteuropa

„Um innovative Technologien zu fertigen und unsere Wachstumsziele zu erreichen, brauchen wir eine passende moderne Produktionsstruktur. Nach einer intensiven Prüfung durch Fachleute, intern wie extern, ist die Geschäftsführung überzeugt, dass dazu zusätzlich eine Low Cost EU-Produktionsstätte nötig ist“, sagt Arne Jörn, COO von Ottobock. Für das neue Werk (Produktionsfläche rund 10.000 qm) investiere das Unternehmen in Millionenhöhe.

Ausbildungsniveau, Erreichbarkeit und kulturelle Nähe und die Gesamtkosten seien entscheidende Faktoren bei der Standortwahl. „Wir haben uns deshalb für die Region Südosteuropa entschieden. Neben den erwähnten Kriterien spricht dafür, neue Arbeitsplätze in der Europäischen Union zu schaffen“, so Jörn. „Die Erweiterung des Werkverbunds ermöglicht es, unseren etablierten Werken, sich auf höherwertige Fertigungsaufgaben zu fokussieren. Wir werden die Kollegen in der Produktion entsprechend qualifizieren.“

Der Start ins Jahr 2019 sei geglückt: „Wir sind voll auf Kurs in Richtung eine Milliarde Euro Umsatz und weiter steigenden Ergebnissen – und das dank neuer Produkte und steigender Effizienz“, sagt Philipp Schulte-Noelle.

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Tobias Kurtz / 23.05.2019 - 15:37 Uhr

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