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IASPT-Kongress in Wien

Ottobock zeigt Zukunft der Amputationschirurgie

Ottobock zeigt Zukunft der Amputationschirurgie Ottobock zeigt auf dem IASPT-Kongress in Wien, wie eine bionische Rekonstruktion am Oberarm funktioniert. (Foto: Ottobock)

Auf der IASPT-Fachmesse vom 9. bis 12. Mai 2018 in Wien informiert der Medizintechnik-Hersteller Ottobock über den aktuellen Stand der Prothetik und Amputationschirurgie. Inklusive einer Live-OP.

Der Kongress „International Symposium on Innovations in Amputation Surgery and Prosthetic Technologies“ (IASPT) vereint Chirurgie und Medizintechnik zum Beispiel von Ottobock. Das interdisziplinäre Treffen ermöglicht eine Zusammenarbeit von verschiedenen Berufsgruppen und fokussiert sich auf Innovationen in der Amputationschirurgie und neuen prothetischen Technologien.

Als einen Höhepunkt des diesjährigen Kongresses hebt Ottobock die Live-Übertragung einer Operation an einem Patienten mit einseitiger Oberarm-Amputation hervor. Nach einer Amputation sind die Nerven bis zur Amputationsstelle funktionsfähig. Diese Nerven lassen sich grundsätzlich in einen anderen Muskel transferieren und wachsen dort ein. Durch die bionische Rekonstruktion dank eines gezielten Nerventransfers können Anwender viele und intuitive myoelektrische Signale zur Prothesensteuerung nutzen.

Die bionische Rekonstruktion umfasst zwei Teile: die Osseointegration und die Targeted Muscle Reinnervation (TMR). Der erste operative Eingriff bei der Live-Operation ist die Osseointegration. Sie sichert eine stabile mechanische Verbindung zur Prothese. Prof. Per-Ingvar Branemark führt die Operation durch. Er ist der Erfinder dieser operativen Methode. Außerdem entwickelte er das Titaniumim-Plantat, das in den Armknochen integriert wird. Die Knochenzellen wachsen direkt an das Implantat an. Die Prothese wird dann mit Hilfe einer Sicherheitsverbindung am Implantat befestigt. Das Implantat ist außerhalb des Stumpfes sichtbar.

Anschließend folgt die TMR-Operation von Prof. Dr. Oskar Aszmann MUW. Er verpflanzt selektiv die Nerven in neue Zielmuskeln. Nach der Einwachsphase kann dann der Patient seine Prothese intuitiv nutzen. Die Operation verbindet die Nerven, die Signale an den natürlichen Arm übertragen hatten, mit anderen Muskeln. Nach einer TMR-Versorgung steuern die Anwender die Prothese über bis zu sechs verschiedene Bewegungssignale und mit dem Willen zur natürlichen Bewegung. Mehrere Prothesenbewegungen können simultan, schnell und intuitiv durchgeführt werden. Dadurch kann der Anwender die Prothese intuitiv nutzen.

Das elektronisch gesteuerte DynamicArm Plus Ellbogengelenk ist die auf TMR abgestimmte Armprothese. Der Anwender kann folglich das Gelenk unmittelbar nach dem vollständigen Einwachsprozess der transferierten Nerven anwenden.

Mustererkennung ‚MyoPlus‘ mit der Bebionic Prothesenhand von Ottobock

Ottobock zeigt außerdem erstmals die neue Generation der Prothesensteuerung ‚MyoPlus‘ am Beispiel der Bebionic Hand. Durch eine intuitive Zuordnung willkürlicher Muskelbewegungen können mehrere Prothesenhandgriffe ohne Umschalten zwischen den einzelnen Griffarten gesteuert werden. Elektroden, welche rund um den Armstumpf angeordnet sind, erfassen die durch Muskelspannungen im Unterarm erzeugten Signale. Eine App unterstützt Kunden und Anwender.

Der Vorteil für den Nutzer ist eine intuitivere Steuerung. Die multiartikulierte Bebionic Hand hat fünf bewegliche Finger und 14 Griffmuster. Sie erlauben ein schnelles, kraftvolles und vorsichtiges Greifen von Gegenständen. Nutzer können mit den individuell beweglichen Finger eine Tastatur oder eine Computermaus bedienen. ‚Myo Plus‘ bildet die Brücke zwischen menschlicher Bewegungskontrolle und der digitalen Welt.

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