Simone Borchardt, seit Kurzem gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat am 11. September 2025 das Stolle Sanitätshaus in Grevesmühlen besucht. Der Besuch diente dem Austausch über zentrale Herausforderungen in der Hilfsmittelversorgung – insbesondere mit Blick auf Bürokratie und Versorgungsrealität.
„Wir müssen die unnötige Luft aus dem System herauslassen – dann haben wir auch genügend Geld und Fachkräfte“, betonte Borchardt. Die Bundestagsabgeordnete gehört seit 2021 dem Gesundheitsausschuss an und legt ihren politischen Fokus auf Heil- und Hilfsmittel, ärztliche Versorgung und Suchtpolitik.
Stolle-Geschäftsführer Detlef Möller, zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der Rehavital, schilderte die Situation aus Sicht der Leistungserbringer: „Die Hilfsmittelversorgung ist eine tragende Säule des Gesundheitssystems, doch die Politik schenkt ihr zu wenig Aufmerksamkeit. Die Folgen sind gravierend: Der Fachkräftemangel wächst, die Inklusion leidet, und die Versorgungssicherheit gerät in Gefahr.“
Borchardt zeigte sich beeindruckt von der Digitalisierung im Versorgungsalltag, etwa durch den Einsatz von Scannern bei Kompressionsversorgungen und Einlagen.
Zwei konkrete Forderungen für das Entbürokratisierungsgesetz
Als Ergebnis des Austauschs kündigte Borchardt an, zwei zentrale Anliegen von Rehavital in die parlamentarischen Beratungen zum Entbürokratisierungsgesetz einzubringen:
Erstens solle ein bundesweit geltender administrativer Rahmenvertrag eingeführt werden. Ziel ist eine verbindliche Vereinfachung der Abrechnungs- und Verwaltungsprozesse zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern. Das soll Bürokratie abbauen, Ressourcen freisetzen und die Versorgung verbessern.
Zweitens sprach sich Borchardt für eine genehmigungsfreie Grenze von 1.000 Euro bei Hilfsmitteln aus. Versorgungen unterhalb dieser Schwelle könnten dann ohne vorherige Kassenfreigabe erfolgen. Damit wären laut Rehavital über 90 Prozent der Hilfsmittelversorgungen sofort und unbürokratisch umsetzbar – zum Vorteil für Patientinnen und Patienten, Sanitätshäuser und Kostenträger gleichermaßen.
Möller bewertete den Termin als positives Signal: „Er zeigt, dass die Hilfsmittelversorgung endlich gleichberechtigt mit anderen Bereichen des Gesundheitssystems behandelt werden muss – im Interesse der Patientinnen und Patienten.“