Das White Paper „The Future of Sport, Health & Retail“ beruht auf einer repräsentativen, europaweiten Befragung zu den Megatrends Sport und Gesundheit. Neun Kernaussagen sollen die Trends im Zusammenspiel von Sport und Gesundheit sowie die Auswirkungen auf den Handel zusammenfassen. Sie sollen Orientierung für Entscheider in Sport- und Gesundheitswesen geben, Potenziale aufdecken und die Erwartungshaltung des Konsumenten an die Industrie widerspiegeln. „Wir wollen mit dieser Befragung aufzeigen, wie Sport und Gesundheit immer stärker zusammenwachsen und wo wir als Sport- und Gesundheitsindustrie besonders hinschauen sollen – dadurch entstehen neue Wachstumspotenziale für unsere Branchen, einschließlich frischer Angebote, Geschäftsmodelle und branchenübergreifender Zusammenarbeit“, so Tobias Gröber, Executive Director Consumer Goods und Director ISPO Group bei der Messe München.
Das persönliche Gesundheitsmanagement durchdringt laut Studie alle Aspekte des Alltags. Sport sei eine der wichtigsten Stellschrauben, um gesund zu bleiben. Dabei umfasst Gesundheit neben der physischen auch die mentale Gesundheit. Interessant: Über 80 Prozent der Befragten glauben, dass sie sich in Zukunft stärker selbst um ihre Gesundheit kümmern müssen, da sie der Meinung sind, dass das Gesundheitssystem ihres Landes an seine Grenzen gerät. Am wenigsten Vertrauen haben dabei die Befragten Großbritanniens, gefolgt von Italien und Skandinavien. Dies eröffnet der Sport- und Gesundheitsbranche „revolutionäre Möglichkeiten“, so die ISPO Group. Die Konsumenten wünschten sich eine stärkere Interaktion und mehr Verantwortung beider Branchen. Branchenübergreifende Kooperationen und Standards könnten der Schlüssel zum Erfolg sein. Essenziell hierbei sind der aktive Austausch von Industrie und Politik.
„Die Konsumentinnen und Konsumenten haben längst erkannt, dass die meisten Gesundheitssysteme anlassbezogen funktionieren – also meist nur im Falle von Krankheit und Verletzung. Gesundheit ist aber mehr als die Abwesenheit von Krankheit, sondern Wohlbefinden und mentale sowie körperliche Fitness sind das Ziel – und das ist ein Alltagsthema. Hier begleiten Sport- und Gesundheitsmarken den Menschen“, erläutert Christoph Beaufils, Brand Strategist der ISPO Group. „Diese potenziellen Synergien von Gesundheit und Sport können und sollten wir bis tief in die Medizin hinein deutlich stärker nutzen“, ergänzt Tobias Gröber.
Die Kunden vertrauten der Sportindustrie und ihrer Innovationskraft – das lasse auch dem Sporthandel eine neue Rolle zukommen. Knapp 90 Prozent der Befragten würden den stationären Handel häufiger aufsuchen, wenn dort umfassendere, personalisierte und ganzheitliche Gesundheitsberatungen angeboten werden würden.
Vor allem Beratungsangebote zur körperlichen wie auch mentalen Gesundheit, zu präventiver Medizin und Ernährung böten neue Möglichkeiten, Kunden zu gewinnen. Die Konsumenten wünschen sich mehr Produkte und Services beim Sportfachhändler im Sinne eines „ganzheitlichen Gesundheitszentrums“. Supermärkte, Apotheken oder Drogerien machten dies bereits vor und widmeten sich, unter anderem mit Nahrungsergänzungsmittelen, sportlich-orientierten Trendthemen rund um Gesundheit. „Die Ergebnisse des ISPO Whitepapers zeigen, dass die Grenzen zwischen Gesundheitssystem, Sportindustrie, Technologie und sogar Lebensmittelindustrie zunehmend verschmelzen. Innovationen aus der Sportindustrie, insbesondere in den Bereichen Ernährung, Schlaf und Erholung sowie Corporate Health, stehen hoch im Kurs. Auch das Interesse an Home-Fitness und digitalem Tracking von Körper- und Vitaldaten wächst weiter. Diese Entwicklungen bieten Sport- und Gesundheitsmarken authentische Wege, neue Märkte zu erschließen und gigantische Wachstumspotenziale zu nutzen. Der Touchpoint Handel bekommt auf diesem Wege ebenfalls einen neuen Stellenwert“, so Tobias Gröber.