Seit dem Start der ePA am 1. Januar dieses Jahres sind jeden Monat durchschnittlich mehr als 30.000 Nutzerinnen und Nutzer hinzugekommen, teilt die Techniker Krankenkasse (TK) mit. „Das hat unsere Erwartungen übertroffen“, so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. „Das ist ein sehr guter Wert, wenn man bedenkt, dass die Downloads der führenden Apps im Segment Gesundheit bei rund 30.000 bis 50.000 pro Quartal liegen.“
Die ePA ist zum Jahresbeginn in einer Basisversion gestartet und soll schrittweise weitere Funktionen bekommen. Die Kernfunktion der Akte – die bundesweite Vernetzung mit Arztpraxen und Krankenhäusern – werde voraussichtlich im Sommer starten.
Versicherte haben über TK-Safe auf ihrem Smartphone Zugriff auf ihre Medikamentenübersichten, Arztbesuche, Behandlungen, Diagnosen und Impfungen. Sie müssen die Daten nicht manuell eingeben, sondern können sie von der TK in ihre Akte laden lassen. Versicherte können sich an den nächsten Kontrolltermin beim Zahnarzt oder anstehende Krebsvorsorgeuntersuchungen erinnern lassen. Eltern können zudem die Daten ihrer Kinder über TK-Safe managen.
Techniker Krankenkasse: Wer nutzt die Patientenakte?
28 Prozent der Nutzer von TK-Safe sind nach eigenen Angaben zwischen 26 und 35 Jahren. 4 Prozent sind 70 Jahre oder älter. 58 Prozent der Nutzer der Patientenakte sind männlich. Baas sieht in der ePA viel Potenzial. „In anderen Ländern ist sie längst die zentrale App für alle Belange rund um die Gesundheit der Patientinnen und Patienten. Dafür brauchen wir ein Tool, das selbsterklärend ist und einfach in der Nutzung. Derzeit ist das Handling der ePA in einigen Punkten noch zu kompliziert.“
Die TK habe beispielsweise bei der Umsetzung der technischen Vorgaben zur Registrierung für die Akte sehr kämpfen müssen, um sie für die Nutzerinnen und Nutzer praktikabel anzulegen. „Trotzdem ist die Registrierung aufgrund der gesetzlichen Vorgaben immer noch viel zu umständlich“, so Baas. „Obwohl unsere ePA eine der wenigen Akten ist, bei der man sich bereits voll digital von zuhause aus anmelden kann, und nicht über den Umweg über die Kundenberatung vor Ort, muss der Anmeldeprozess noch einfacher werden.“ Dabei sei es selbstverständlich, dass sensible Gesundheitsdaten bestmöglich geschützt werden müssten. Allerdings dürfe darüber die Benutzerfreundlichkeit nicht vergessen werden. Baas: „Nur wenn man in der ePA genauso komfortabel navigieren kann wie in kommerziellen Apps, wird sie sich langfristig etablieren.“