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Neues Geschäftsfeld

Warum Ottobock in die Arbeitsplatzgestaltung einsteigt

Warum Ottobock in die Arbeitsplatzgestaltung einsteigt Das neue Exoskelett Paexo von Ottobock wird derzeit mit 30 Mitarbeitern im VW-Werk in Bratislava getestet (Foto: Volkswagen)

Ottobock hat einen neuen Geschäftsbereich gegründet: Ottobock Industrials. Im ersten Projekt kooperiert der Medizintechnikhersteller mit VW und testet Exoskelette in der Produktion.

Einen ersten Produktbereich von Ottobock Industrials bilden so genannte Exoskelette. Die orthetischen, am Körper getragenen Assistenzsysteme unterstützen Mitarbeiter in der Produktion oder im Handwerk bei anstrengenden Tätigkeiten, zum Beispiel bei der Überkopfmontage. Exoskelette reduzieren die körperliche Beanspruchung und schonen das Muskel-Skelett-System. Derzeit testen 30 Mitarbeiter in der Serienfertigung bei VW die Lösung namens Paexo, teilt das Unternehmen mit.

Zum Hintergrund: Der Mangel an Fachkräften in Kombination mit einer alternden Belegschaft stellt die Industrie vor zunehmende Herausforderungen. Daraus resultiere ein Bedarf an vollkommen neuartigen Hilfsmitteln. Diesem will der Medizintechnikhersteller mit seinem neu gegründeten Geschäftsbereich Ottobock Industrials begegnen. Unter der Leitung von Dr. Sönke Rössing (41) sollen künftig innovative technische Lösungen entwickelt werden, die es Menschen ermöglichen, ihrem Berufsalltag langfristig gesundheitsschonend nachzugehen.

Ottobock sieht Potenzial für „bahnbrechende Innovationen“

„Zukünftig möchten wir Arbeitsplätze in Industrie, Logistik und Handwerk ergonomischer gestalten und so die oftmals fordernden Arbeitsbedingungen verbessern. Wir glauben, dass hier eine Branche mit viel Potenzial für bahnbrechende Innovationen entsteht,“ sagt Rössing, der zuvor bereits als Chief Strategy & Human Resources Officer maßgeblich die Unternehmensstrategie und die Geschäftsentwicklung von Ottobock mitgestaltet hatte. „Mit unseren Gesellschaftern haben wir deshalb entschieden, das fast 100-jährige biomechanische und orthopädische Know-how von Ottobock systematisch auf ein neues Geschäftsfeld zu übertragen“, erläutert Rössing.

Margarida Pereira, Projektleiterin des Handlungsfeldes Demografie und Ergonomie bei VW, sagt in einer Mitteilung: „Das Feedback der Tester zeigt, dass Systeme wie das Exoskelett körperliche Aufgaben wesentlich erleichtern. Wir wollen die Produktionsarbeit der Zukunft so gestalten, dass jeder Mitarbeiter über seine gesamte Lebensarbeitszeit bei bestmöglicher Gesundheit wertschöpfend tätig sein kann.“ Volkswagen forscht seit 2012 an dem Thema und bezeichnet sich als Treiber bei der Ergonomie-Entwicklung mit Exoskeletten. Erstes Ergebnis stellt das Paexo Unterstützungssystem für den Einsatz bei statischen Überkopfarbeiten dar. Die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Firma Ottobock eröffnet damit neue Perspektiven zur Gestaltung der Arbeitsplätze in der Industrie 4.0.

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Tobias Kurtz / 27.06.2018 - 15:06 Uhr

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