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Coronavirus

WIdO untersucht Fallzahl-Rückgänge im Krankenhaus

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat die Fallzahl-Rückgänge bei den Krankenhaus-Behandlungen aufgrund des Coronavirus-Lockdowns untersucht.

Die Auswertung der Krankenhausfälle der AOK-Versicherten zeigt, dass es während der Lockdown-Phase im März und April 2020 deutliche Fallzahl-Rückgänge von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum gab. Absolut gesehen gab es den größten Rückgang der Fallzahlen laut WIdO-Report bei Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Der größte relative Fallzahl-Rückgang ist mit 65 Prozent bei den Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems zu verzeichnen.

„Insgesamt zeigt sich in den Daten ein sehr rationales Vorgehen der behandelnden Ärzte in der Phase des Lockdowns: Nicht so dringliche Operationen, zum Beispiel zur Implantation von künstlichen Gelenken, wurden den Vorgaben der Politik entsprechend verschoben, um Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patienten freizuhalten. Zugleich wurden aber offensichtlich dringliche und medizinisch notwendige Operationen weiter durchgeführt“, sagt WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Den stärksten Rückgang hat es bei den Operationen zum Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes gegeben: Die Zahl der arthrosebedingten Hüftprothesen-Implantationen nahm um 79 Prozent ab. Die Zahl der Behandlungen von akuten Oberschenkelhals-Brüchen blieb dagegen ungefähr auf dem Niveau wie 2019.

In der 15. Kalenderwoche erreichten die Krankenhaus-Fallzahlen ihren Tiefpunkt. Seitdem zeichnet sich eine Trendwende ab. Jürgen Klauber: „Offenbar werden die Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums zur Rückkehr der Kliniken in einen neuen Alltag Schritt für Schritt umgesetzt. Ob und wann das Fallzahlenniveau vor der Coronavirus-Pandemie wieder erreicht wird, ist aber noch offen.“

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