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Workshop

Wie B. Braun das Entlassmanagement verbessern will

Der Workshop „Entlassmanagement konkret“ auf dem DRG-Forum am 22. März in Berlin setzte sich mit den Herausforderungen des Sektorenübergangs auseinander.

Dr. Michael Weber, Präsident Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, kritisierte laut einer Mitteilung des Medizintechnik-Spezialisten B. Braun die Bürokratie bei Rezepterstellung und Entlasspapieren. Einig waren sich alle Referenten darin, schon bei Aufnahme Risikopatienten zu filtern. In der Diskussion mit dem Auditorium offenbarte sich das Problem der Nachversorgungs-Qualität.

Gerade die Nachsorgequalität ist ein Aspekt im Entlassmanagement-Konzept von B. Braun. Das Unternehmen hat sich die Verbesserung des Sektorenübergangs zur Aufgabe gemacht, berichtet Johannes Kufeldt, Marketing Manager Krankenhausfinanzierung und Abrechnungssysteme. Kufeldt erklärte den Ansatz des B. Braun Konzepts. B. Braun ermittelt im ersten Schritt mit den kooperierenden Häusern den Ist-Stand der Prozessqualität, um die Qualität und den Einfluss messbar zu machen. Dazu werden z.B. Fallzahlkalkulation von Patienten, die Verweildauer, Liegetypen und komplikationsbedingte Fallzusammenführungen betrachtet. Daraus ergebe sich ein Evaluationstool für Erfolgsfaktoren.

Außerdem entstehe ein Benchmarking, um Krankenhäuser zu vergleichen. Dies könne zu einer besseren Versorgungsqualität, Rechtssicherheit und Erlössicherung führen. Zusätzlich evaluiere die Firma gemeinsam mit den Kliniken die Versorgungslandschaft und lege Qualitätskriterien für Nachsorger fest. „Die Kliniken holen auch Feedback ein bei Patienten mit komplizierten Versorgungen, z.B. mit parenteraler Ernährung“, sagt Kufeldt.

Als weitere Anbieter digitaler Entlassmanagement-Lösungen waren Recare und die AOK Sachsen vertreten. Recare bietet Krankenhäusern eine quantitative Datenbank, die Pflege- und Rehaeinrichtungen erfasst. Die AOK Plus in Sachsen stellte ihre mit der Universitätsklinik in Dresden entwickelte Überleitungsmanagement-Software ProfilePlus vor.

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Tobias Kurtz / 25.04.2019 - 11:10 Uhr

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