„Ohne TI-Anbindung, ePA-Zugang und eRezept bleiben wir in der Papierwelkt gefangen, während die Margen schrumpfen.“ Lars Kieroth, Geschäftsführer des Vitalcentrums Hodey und Leiter der neuen AG Hilfsmittel des Vereins, sprach Klartext. Die drohende dreiprozentige Kürzung auf die Vergütungspreise könne nur abgefedert werden, „wenn wir digital denken“. Um eine qualitativ hochwertige Hilfsmittelversorgung im Entlassmanagement oder bei der Wundversorgung zu sichern, müsse die Sanitätshausbranche außerdem Zugang zur elektronischen Patientenakte (ePA) bekommen.
Kieroth ist überzeugt, dass eine gemeinsame sachliche Position mehr Gewicht im Bundesgesundheitsministerium und bei der Gematik habe als zehn parallele Beschwerden. Daher warb er für verstärktes Engagement unter dem Dach der E-Rezept Enthusiasten. Dieses zahle sich aus. „Die Regeln für 2027 und später sind verhandelbar.“ Als Vorbild für die AG Hilfsmittel diene der Erfolg, den die E-Rezept Enthusiasten bei der Einführung des eRezepts erzielt hätten.
Über die bisherigen Aktivitäten des Vereins berichtete Vorstandsmitglied Ralf König. Er erinnerte daran, dass im Jahr 2004 der Prototyp des eRezepts bereits vorgestellt wurde. Bis 2021 sei dann „effektiv nichts geschehen“. Um das Thema voranzubringen, sei es wichtig, dass die ganze Branche mit im Boot gewesen sei: von stationären und Online-Apotheken bis zu Telemedizinanbietern und Rezeptabrechnern. „Wir haben dann viele Touchpoints gesucht, um über das eRezept zu sprechen“, so König weiter. besonders erfolgreich gewesen sei eine Demonstration für das eRezept vor dem BMG. „Es ist gegen die deutsche Genetik, für etwas zu sein. Das war auch für die Medien interessant, da wir etwas zu sagen hatten.“ Mit der Demo hätten sich die E-Rezept Enthusiasten einen guten Ruf erarbeitet. „Wir sind als diejenigen verankert, die man in der Sache fragen kann.“
Sichtbarkeit fördern
Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden, wie die Hilfsmittelbranche ihre Sichtbarkeit erhöhen könne. Dam man bei den Gesprächspartnern nur wenig Wissen über die Hilfsmittelbranche voraussetzen könne, empfahl Ralf König einfache Erklärungen im „Sendung mit der Maus“-Stil. Thomas Piel von Optica appellierte außerdem an eine verstärkte Präsenz auf übergeordneten Veranstaltungen außerhalb der Hilfsmittelbranche. „Da fehlen mir die Hilfsmittel-Leistungserbringer total. Es braucht mehr persönliche Sichtbarkeit.“ Lars Kieroth pflichtete ihm bei. „Wir müssen raus aus dem Kokon der Leistungserbringer und uns öffnen.“