In gebückter Haltung Bauteile zusammensetzen, regelmäßig schwere Kisten in Regale räumen oder am Rechner dem Kollegen noch schnell eine E-Mail schreiben – während der Arbeit achten die meisten Menschen nicht auf eine ergonomisch sinnvolle Haltung oder einen schonenden Bewegungsablauf. Folge können Rückenschmerzen sein. Fehlhaltungen können aber auch an Hüfte, Nacken oder Knien zu dauerhaften Schmerzen führen.
Abhilfe soll künftig eine Technik schaffen, an der ein Forscherteam des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) derzeit arbeitet, teilen die Projektpartner mit. Zum Einsatz kommen Sensoren, die an verschiedenen Körperstellen wie Armen, Wirbelsäule und Beinen aufgebracht werden. „Diese messen unter anderem Beschleunigungen und sogenannte Winkelgeschwindigkeiten. Diese Daten werden im Anschluss von unserer Software verarbeitet“, sagt Markus Miezal von der Arbeitsgruppe WearHealth an der TUK. Daraus berechnet sie Bewegungsparameter wie Gelenkwinkel an Arm und Knie oder den Grad der Beugung oder Verdrehung der Wirbelsäule. „Die Technik erkennt dabei sofort, wenn eine Bewegung falsch ausgeführt oder eine falsche Haltung eingenommen wird“, fährt sein Kollege Mathias Musahl vom Forschungsbereich Augmented Vision/Erweiterte Realität am DFKI fort.
Über seine Smartwatch soll der Nutzer direkt informiert werden, um seine Bewegung oder Haltung zu korrigieren. Die Forscher planen unter anderem, die Sensoren in Arbeitskleidung und -schuhe einzubauen. Interessant sei die Technik beispielsweise für Unternehmen in der Industrie, aber auch im Büroalltag am Schreibtisch kann sie helfen, mehr auf den eigenen Körper zu achten.
Auf der Medica stellt das Forscherteam die Technik vom 15. bis 18. November am Forschungsstand Rheinland-Pfalz vor.