Dezentes Skandi-Design, Smoo-thies an der Theke und an der Wand dahinter prangt neben dem Firmennamen Eterno der Sinnspruch: „an apple a day…“. Die Einrichtung erinnert auf den ersten Blick an den Check-In eines modernen Hotels oder einen Co-Working-Space. Doch weit gefehlt. Denn wer hier Kaffee trinkt, spricht in wenigen Minuten eventuell mit seinem behandelnden Arzt. „Wasserspender oder Lesezirkel sucht man in unseren Wartezimmern vergeblich. Wir schaffen ein positives Umfeld. Wir haben einen Barista, so dass tagsüber Leute auch nur zum Kaffeetrinken kommen“, sagt Fabian Blank, Chef Strategy Officer bei Eterno Health. Willkommen in der Gemeinschaftspraxis der Zukunft, so seine Überzeugung.
Damit keine Missverständnisse aufkommen: „Wir sind im Herzen eine Software-Firma“, erklärt Fabian Blank zum Einstieg in das Gespräch. Die beiden Gesundheitsflächen in Hamburg und Frankfurt betreibe Eterno aus zwei Gründen: „Wir lernen von Ärzten aus erster Hand und können so unsere Software stetig verbessern. Und wir zeigen in diesen Flagships, wie Praxen mit einer guten Software funktionieren. Das Wartezimmer ist nicht voll, das Telefon klingelt selten.“
Die am Hamburger Standort ansässigen zwölf Praxen kommen mit bis zu sieben MFAs, einem Empfang und sogar nur einem Wartezimmer für alle Fachrichtungen aus. Dank der Software könnten bauliche Restriktionen überwunden werden. 500 Patienten würden in Hamburg täglich versorgt. „Wir bieten damit ein sehr effizientes Geschäftsmodell.“ Dieses beruht auf einem Betriebssystem für Ärzte – wie iOS für Apple. „Ärzte sind oft zu Unrecht als Digitalisierungsgegner verschrien“, sagt Fabian Blank. „Sie wollen papierlos arbeiten, aber keine Software kaufen, die nicht funktioniert.“ Häufig arbeiteten sie mit bis zu 20 Insellösungen. Und wenn das Praxisverwaltungssystem sowie ein weiteres Tool parallel ein Update veröffentlichten, komme es oft zum Systemabsturz. „Das ist maximal ineffizient.“ Ärzte würden allein 60 Tage pro Jahr für die Verwaltung ihrer Praxis aufwenden.