Es war kein Lebenstraum. „Ich wollte nie gründen“, bekannte Diana Heinrichs zu Anfang. Doch in der deutschen Konzerbwelt habe ice sich immer wie „ein Alien“ gefühlt. Vor der Gründung ihrer digitalen Pflege-App Lindera arbeitete sie bei einem IT-Unternehmen. Sie berichtete von der Diskrepanz zwischen dem Wunsch der Politik nach Innovation und dem Ausbremsen durch die Zulassungsbehörde. „Warum schaffen wir keinen Dialog?“.
Kommunikation spielt eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Gründung. Natürlich müsse eine Idee technisch funktionieren, erklärte Julien Kensicki von Sanistar. „Das ist aber der einfachere Teil. Wird die Idee auch angenommen von den Kunden und passt sie in die regulatorischen Rahmenbedingungen?“ An „trial and error“ führe kein Weg vorbei. Daher müsse man als Gründer so schnell und günstig wie möglich zum unvermeidlichen error kommen.
Shane Füller von Anni.care pflichtete ihm bei. „Es kommt darauf an, dass die Lösung ein Geschäftsmodell hat.“ Konkret: Kein Sanitätshaus bezahle Geld für zusätzliche Rezepte, wenn es sowieso kaum hinterherkomme, das aktuelle Auftragsvolumen abzuarbeiten. Daher habe sich Anni.care von seinem ursprünglichen Geschäftsmodell verabschiedet und konzentriere sich jetzt auf das Thema Telefonaufkommen im Sanitätsfachhandel. Positiv: „Es gibt Unternehmen, die Lust haben zuzuhören und neue Ideen mitzuentwickeln.“
Die Teilnehmenden waren sich einig, so viel Unterstützung wie möglich mitzunehmen. „Wir hatten ein Gründerstipendium“, berichtete Thorben Engel von Steets. Für ihn sei es außerdem wichtig gewesen, Produktionspartner an Bord zu holen, die den regulatorischen Bereich sicher abdeckten. „Die Nachverfolgbarkeit ist bei der Produktion ein Riesenthema.“
Die wichtigsten Tipps der Gründer
Julien Kensicki: Gewinnt so schnell wie möglich Testkunden. Nicht kostenlos, sondern für einen geringen Betrag. Denn was nichts kostet, ist nichts Wert.
Versucht mit so wenig Geld wie möglich eine Lösung zu bekommen. Viel Geld ist nicht die Lösung. Konzentriert euch auf eine Sache
Diana Heinrichs: Gründen ist die Entscheidung, Unternehmer zu werden. Die Idee ist nicht die Herausforderung.
Shane Füller: Man muss „ja“ sagen können, wenn andere „nein“ sagen. Und „nein“ sagen, wenn andere „ja“ sagen. Soll heißen: Hört auf Feedback, aber lasst euch nicht beirren auf eurem Weg. Und sagt nicht bei jeder Anfrage „ja“, ansonsten verzettelt ihr euch. Gründer braucht einen Fokus.
Thorben Engel: Redet und testet viel und frühzeitig mit Kunden. Man denkt, man könne sich in andere hineinversetzen. Aber das klappt nicht zu 100 Prozent.