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Patientenumfrage

Ärzte und Kassen werben stärker für Gesundheits-Apps

Gesundheits-Apps werden verstärkt Teil des ersten Gesundheitsmarktes. Dieses Fazit zieht das Marktforschungsunternehmen EPatient Analytics auf Basis der achten Umfrage „EPatient Survey“.

„Jetzt kommt Dampf in den Kessel“, bilanziert Dr. Alexander Schachinger, Geschäftsführer der EPatient Analytics GmbH bei der Vorstellung des 8. EPatient Survey. „Die Widerstände insbesondere der Versorger schwinden, der Wettbewerb um die besten Lösungen im Markt ist im vollen Gange.“ Die Entwicklung betreffe allerdings nicht alle Nutzergruppen gleichmäßig. Deswegen müssen die Anbieter künftig ihre Strategien stärker an den ihren jeweiligen Zielgruppen ausrichten. Der EPatient Survey ist mit 8.800 Befragten und über 140 Antwortmöglichkeiten die nach eigenen Angaben umfassendste Online-Befragung zum digitalen Patienten.

Insgesamt wurden 13 digitale Gesundheits- und Therapielösungen abgefragt. Die Nutzung von Medikamenten-Apps unter Patienten wuchs innerhalb eines Jahres von 11 auf 18 Prozent, die Verbreitung von Diagnostik-Apps verdoppelte sich von 6 auf 12 Prozent. Die Online-Terminbuchung konnte ihre Verbreitung von 24 auf 28 Prozent weiter ausbauen. Auf Platz Vier: Zweitmeinungs-Apps mit einem Verbreitungsgrad von 10 gegenüber 8 Prozent im Vorjahr. Noch nicht punkten konnte die Online-Gesundheitsakte mit aktuell 4 Prozent (2 Prozent im Vorjahr).

Eine Trendwende zeichne sich auch im Verhältnis zwischen klassischem Gesundheitsmarkt und den neuen digitalen Angeboten ab: Krankenversicherungen und Ärzteschaft werben immer stärker für die Nutzung digitaler Angebote. Versicherte erhalten digitale Gesundheits- und Therapieempfehlungen um das Dreifache häufiger von ihren Krankenversicherungen im Vergleich zu den Vorjahren (Zunahme von 5 auf 16 Prozent). Ebenfalls dreimal so viele Patienten erhalten von ihren Ärzten App-Empfehlungen (Zunahme von 3 auf 9 Prozent).

Gesundheits-Apps: Digitale Schere geht auseinander

Trotz insgesamt wachsender Nutzerzahlen gehe aber auch die digitale Schere zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern auseinander, so die Marktforscher. Schachinger: „Die durchschnittlich zunehmende Akzeptanz darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das Zielgruppenverhalten weiter auseinander entwickelt, wie segmentierte Zielgruppenanalysen zeigen.“

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Tobias Kurtz / 07.05.2019 - 12:29 Uhr

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