Michaela Lundius, Akademieleitung von Ofa Bamberg, und Claudia Horrer, Amoena-Akademieleitung, begrüßten mehr als 20 Mitarbeiterinnen aus dem medizinischen Fachhandel. Diese verfügten zwar bereits über Erfahrung in der Versorgung von brustkrebserkrankten Frauen, setzen den ganzheitlichen Versorgungsansatz aber nur stellenweise in der Praxis um. Dabei entwickeln etwa 30 Prozent der brustkrebsoperierten Frauen nach der Behandlung ein Lymphödem. Daher sei nicht nur das Narbenmanagement nach der Operation immens wichtig, sondern auch der achtsame Umgang mit dem eigenen Körper, so Claudia Horrer. „Patientinnen frühzeitig aufzuklären und über die zahlreichen Therapiemöglichkeiten zu informieren, ist Ziel der Better together-Kooperation, die allerdings im medizinischen Fachhandel mit Leben gefüllt werden muss.“
Stefan Hemm, Physiotherapeut und Geschäftsführer der Lymphologic Medizinische Weiterbildungs GmbH, informierte die Teilnehmenden nicht nur über die medizinischen Grundlagen und den Aufbau des Lymphgefäßsystems, sondern zeigte auch die Wichtigkeit der passgenauen und individuellen Behandlung eines Lymphödems anhand von Erfolgsbeispielen aus seiner Praxis auf. Ein wertvoller Tipp: „Häufig können wir schon ganz viel über die Atmung erreichen. Deshalb konzentriere ich mich bei meinen Patienten auch darauf, ihnen Atemübungen beizubringen.“
Brustkrebs: Empathische Beratung gefordert
Der zweite Seminartag fokussierte sich auf die Beratung. Um sich als kompetenter Ansprechpartner und Experte in der fachgerechten Versorgung einen Namen zu machen, bedarf es vor allem Echtheit, Empathie und Wertschätzung, empfiehlt Michaela Lundius. Sie stellte den neuen Zustandserhebungsbogen vor, der für das Erstgespräch zwischen Betroffenen und Fachhandelspersonal entwickelt wurde.
Miriam Vogt und Katja Wagner stellten den Teilnehmenden ihre persönliche Geschichte vor. Während Katja Wagner mit den Folgen einer misslungenen Brustverkleinerung kämpft, berichtete die 33-jährige Miriam Vogt von ihrem Leidensweg nach ihrer Brustkrebsdiagnose. Beide Frauen hatten im Anschluss an ihre Operationen ein Armlymphödem entwickelt.
Nach den beiden Seminartagen waren sich alle einig: Die Aufklärung darf sich nicht nur auf betroffene Frauen konzentrieren – auch das Fachpersonal und die Versorgungskette müssen über die Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten bestmöglich informiert werden.
Amoena und Ofa Bamberg wiederholen das Exklusiv-Seminar Ende September am Amoena-Produktionsstandort Raubling.