Das wissenschaftlich fundierte Konzept, das in einer Pilotphase in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2022 bis 2025 getestet wurde, richtet sich insbesondere an Menschen mit Knie- oder Hüftarthrose, teilt die Krankenversicherung mit. „Arthrose gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates und bringt für viele Betroffene große Einschränkungen im Alltag mit sich. Mit dem Programm GLA:D setzt die Barmer auf ein innovatives, wissenschaftlich belegtes Versorgungskonzept, welches die Lebensqualität verbessern und unnötige Operationen vermeiden kann“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.
Bei GLA:D komme eine Kombination aus Präsenztherapie und App-gestützter Begleitung zum Einsatz. In der Versorgung umgesetzt werden solle GLA:D in Kooperation mit der Deutsche Arzt Management GmbH, einer Managementgesellschaft für medizinische Dienstleistungen. Das Arthrose-Versorgungsprogramm GLA:D verbindet Informationen zu der Krankheit, gezielte Patientenschulungen und strukturierte Trainings. Ziel sei es, Beschwerden zu lindern, Betroffene zu mehr Selbstkompetenz zu befähigen sowie stationäre Operationen zu vermeiden oder möglichst hinauszuzögern.
Teilnehmende Netzwerkärztinnen und -ärzte könnten digital eine Verordnung für Patienten ausstellen. Sollte sich keine teilnehmende Arztpraxis in der Nähe befinden, gebe es auch die Möglichkeit, eine Verordnung von einer Online-Arztpraxis zu erhalten. Anschließend wählten Betroffene dann individuell eine GLA:D-Physiotherapiepraxis aus und starteten dort mit dem Programm.
Laut Daten des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) litten im Jahr 2024 mehr als 6,3 Millionen Menschen an einer Kniegelenksarthrose und mehr als 3,7 Millionen an einer Hüftgelenksarthrose. Das entspricht etwa 7,6 beziehungsweise 4,5 Prozent der deutschen Bevölkerung. Die tatsächlichen Werte dürften noch einmal deutlich höher sein, weil in den Daten lediglich Personen erfasst sind, die medizinische Hilfe aufgrund ihrer Arthrose-Erkrankung in Anspruch genommen haben.
Nach der Pilotphase in Nordrhein-Westfalen solle das Arthrose-Versorgungsprogramm GLA:D nach und nach in allen Bundesländern verfügbar sein.