Während die Kosten für Hilfsmittel in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) um 9,4% auf 7,44 Mrd. Euro, kletterten, steigen sie bei der Barmer GEK um 10,9% auf 836,4 Mio. Euro an. Der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Dr. Christoph Straub, fordert daher eine umfassende Nutzenbewertung. Die Studie legte zudem einen Fokus auf die Schlaganfallversorgung, die dem Report zufolge verbesserungswürdig ist.
Straub verwies zudem auf die teils großen Ausgabensteigerungen im Bereich der Heil- und Hilfsmittel im Jahr 2014. So sind die Kosten für Heilmittel GKV-weit um 8,1% auf 5,69 Mrd. Euro gestiegen. Bei der Barmer GEK erhöhten sich die Ausgaben um 8,2% auf 760,5 Mio. Euro. Insgesamt haben im Jahr 2014 bei der Barmer GEK 2 Millionen Versicherte Hilfsmittel verordnet bekommen.
Der Anstieg um 3,2% innerhalb eines Jahres könne nach Einschätzung der Autoren nur schwerlich auf die demografische Entwicklung zurückgeführt werden. Dr. Christoph Straub fordert daher: "Auch Hilfsmittel sollten umfassend einer Nutzenbewertung unterzogen werden, die Nutzen und Sicherheit für die Patienten klärt. Es ist nicht zielführend, nur Medizinprodukte mit einer hohen Risikoklasse zu prüfen, wie es das Versorgungsstärkungsgesetz vorgibt."
Vor allem die Ausgaben für Hörgeräte-Akustiker erhöhten sich deutlich. Sie sind um 47,5% auf 102,1 Mio. Euro gestiegen. "Vergleichsweise moderat sind die größten Kostenblöcke gewachsen", heißt es in der Pressemitteilung. Die Ausgaben für Orthopädiemechaniker und Bandagisten steigen um 8,3% auf 417,7 Mio. Euro.
Die am häufigsten verordneten Hilfsmittel waren Einlagen. 5,8% der Männer und 8,9% der Frauen haben sie 2014 verschrieben bekommen. Es folgten Orthesen und Schienen für 3,3% der Männer und 4,6% der Frauen. An zehnter Stelle lagen die Verordnungen von Inhalations- und Atemtherapiegeräten. Allerdings machten sie mit 119 Mio. Euro den größten Ausgabenblock bei den Hilfsmitteln aus.