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Würdigung eines „charismatischen Unternehmers“

Bauerfeind feiert Firmenjubiläum in Zeulenroda

Bauerfeind feiert Firmenjubiläum in Zeulenroda Bauerfeind feierte sein 90-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung in Zeulenroda: (v.l.) Landtagsabgeordneter Volker Emde, Landrätin Martina Schweinsburg, Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard Vogel, Prof. Hans B. Bauerfeind und seine Ehefrau Marion sowie Festredner Dr. Eckart von Hirschhausen. (Foto: Bauerfeind)

Der Hilfsmittelspezialist Bauerfeind feiert 2019 sein 90-jähriges Bestehen. Politiker und Branchenvertreter würdigten in einer Festveranstaltung am 14. Juni in Zeulenroda die unternehmerische Leistung von Prof. Hans B. Bauerfeind.

In ihren Grußworten gratulierten der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow, Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard Vogel, Landrätin Martina Schweinsburg im Bio-Seehotel Zeulenroda zum Jubiläum. Sie dankten Prof. Hans B. Bauerfeind für sein beispielhaftes Unternehmertum und sein persönliches Engagement für die Region. Festredner Dr. Eckart von Hirschhausen würdigte die spürbar visionäre Kraft des Familienunternehmens und die Idee von Gemeinwohl ihres Inhabers.

Seine Rückkehr 1991 nach Zeulenroda zu den Wurzeln des Familienunternehmens bewertete Bodo Ramelow in seinem Videogrußwort als wertsteigernd für die gesamte Region. Er dankte allen Mitarbeitern, die seitdem weltweit für ein gutes Ansehen der Stadt und der Region sorgen. Ministerpräsident a.D. Bernhard Vogel sprach von Bauerfeind als Beispiel des Durchhaltens, „das wichtig ist für uns alle und in den schwierigen Zeiten nach der Wiedervereinigung der Gefahr einer Deindustrialisierung des Ostens etwas entgegensetzte.“

1929 wurde das Unternehmen als Gummiwirkerei und -strickerei von Bruno Bauerfeind in Zeulenroda gegründet. Nach dem zweiten Weltkrieg floh die Familie nach Darmstadt-Eberstadt und baute den Betrieb neu auf. Seit 1978 lenkt der Enkel des Firmengründers Prof. Hans B. Bauerfeind die Geschicke des Unternehmens. Er war es auch, der das Unternehmen nach der Wende an seinen Gründungsort zurückführte. Mittlerweile arbeiten am größten Produktionsstandort und der Firmenzentrale in Zeulenroda 1.100 Menschen. Weltweit sind für die Bauerfeind AG 2.100 Menschen tätig.

Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg erinnerte sich noch gut an ihre anfängliche Skepsis gegenüber dem Unternehmer aus dem Westen, der mit weniger als 100 Mitarbeitern eine Reprivatisierung startete. Doch nach zwei Jahren wurde ihr klar, er war eben „keiner dieser Glücksritter, sondern einer, der die Aufbauhilfe leistete, von der andere nur redeten. Dafür wirst Du hier hoch geschätzt. Danke für Dein Engagement.“

Hans B. Bauerfeind: „Rückblickend bin ich zufrieden“

In seiner Eröffnungsrede sprach Prof. Hans B. Bauerfeind auch von dem harten Weg, den man gegangen sei, um einen wirklichen Schritt zu tun. „Rückblickend bin ich zufrieden“, sagte der 78-Jährige, „ich bedaure aber, dass so wenige meinem Beispiel gefolgt sind.“ Weggefährten wie Klaus-Jürgen Lotz (Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädietechnik) und Werner Dierolf (langjähriger Präsident des Zentralverbands für Orthopädieschuhtechnik) würdigten ihn als diskutierfreudigen Macher, der immer für Kompromisse offen sei und sich für das Handwerk stets stark gemacht habe. „Es braucht charismatische Unternehmer wie ihn, die etwas in der Branche bewegen“, fügt Oda Hagemeier, Geschäftsführerin der Herstellervereinigung Eurocom, hinzu.

Prof. Heinrich Hess, Orthopäde und langjähriger Mannschaftsarzt der deutschen Fußballnationalmannschaft, sieht es heute noch als Glücksfall an, Hans B. Bauerfeind getroffen zu haben. „Gemeinsam haben wir etwas geschaffen, das den Umgang mit Gelenkverletzungen revolutioniert hat und die frühfunktionelle Therapie zum Standard hat werden lassen.“ Zusammen entwickelten sie die Kniebandage GenuTrain, die Schmerzen und Schwellungen nicht mit Ruhigstellung, sondern mit Bewegung lindert.

Dr. Eckart von Hirschhausen, Mediziner, Komiker und Gründer der Stiftung „Humor hilft heilen“, hielt die Festrede. Er zeigte sich fasziniert, ein Stück Medizingeschichte live mitzuerleben, und hielt eine Kopie der rotweingetränkten Serviette mit der ersten GenuTrain-Skizze hoch. Darin sah er „den entscheidenden Moment einer Begegnung, an dem Menschen beschließen, einen Schritt weiterzugehen. Das zeichnet Familienunternehmen wie Bauerfeind aus. Das Vermögen, etwas zu bewegen und in Bewegung zu bringen“.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Juli/August-Ausgabe von GesundheitsProfi.

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