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Branchenforum diskutiert HHVG

Branchenforum diskutiert HHVG

Knapp 400 Sanitätsfachhändler und Orthopädie(schuh)techniker nahmen am 11. Bauerfeind-Branchenforum in München teil. Ein Thema: der Gesetzesentwurf zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG).

Seit 2006 treffen sich Bauerfeind-Qualitätspartner einmal im Jahr zum Branchenforum. "Es ist wichtig, dass wir als Partner weiter an einem Strang ziehen", betonte Gastgeber Prof. Hans B. Bauerfeind in seiner Eröffnungsrede. Seiner Meinung nach benötigt die Branche ein neues Image und auf dem Weg dahin folgende Voraussetzungen: ein neues Wort für Hilfsmittel, innovative Produkte und zeitgemäßen Service, moderne Warenpräsentation, starke Allianzen sowie passende Rahmenbedingungen.

Kritisch setzte sich der Vorstandsvorsitzende der Bauerfeind AG mit dem Entwurf des HHVG auseinander. "Ich habe den Eindruck, mit dem neuen HHVG soll die Umsetzung der Eigenbeteiligung erschwert werden. Der Entwurf enthält derzeit Regelungen, die zeigen, dass es Zweifel gibt an den Leistungen und an der Vertrauenswürdigkeit der Leistungserbringer."

Dazu stellte sich Dr. Roy Kühne, Mitglied des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag, der Diskussion mit Gisela Bödeker (Bödeker Orthopädie-Technik), Albin Mayer (Orthopädie-Technik Mayer & Behnsen), sowie Rechtsanwalt Dr. Dirk Usadel. Große Zustimmung erhielt Kühne für seine Bekräftigung, das Hilfsmittelverzeichnis grundlegend zu überarbeiten. Einigkeit bestand darin, dass die derzeit im HHVG-Gesetzesentwurf formulierte Meldepflicht von Zuzahlungen an die Krankenkassen zu streichen sei.

Ausschreibungen: Meinungen gehen auseinander

Beim Thema Ausschreibung gingen die Meinungen zwischen dem Politiker und den Leistungserbringern auseinander. Eine Ausschreibung, die Preis und Qualität berücksichtigt, kann sich Gisela Bödeker nicht vorstellen. "Wer definiert die Qualität", fragte die Bauerfeind-Qualitätspartner-Beirätin. Roy Kühne entgegnete, dass genaue Beschreibungen nötig seien: "Die Qualitätskriterien möchte ich schon in der Sachebene genau verankern." Albin Mayer argumentierte gegen Ausschreibungen. "Wo Ausschreibungen stattfinden, sinkt die Qualität", sagte der Obermeister der Innung für Orthopädie-Technik Sachsen und Thüringen. Er sprach sich dafür aus, dass die Krankenkassen verpflichtet werden, mit Verbänden die Verträge abschließend zu verhandeln. "Das Gesetz verspricht mehr, als Geld da ist bzw. mehr als man bereit ist, in das System zu stecken – sei es über Steuerzuschüsse oder Beitragserhöhungen", stellte Dr. Dirk Usadel fest. Der Rechtsanwalt bezweifelte, dass einzelne Regelungen im Entwurf des HHVG "von der Gesetzgebungskompetenz überhaupt gedeckt" sind

Ein ausführlicher Bericht über das Branchenforum folgt in der Dezember-Ausgabe von GesundheitsProfi.

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Tobias Kurtz / 08.11.2016 - 16:39 Uhr

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