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Bundestagsabgeordnete besuchte Sanitätshaus

Bundestagsabgeordnete besuchte Sanitätshaus Reha-Techniker Justus Uppenkamp (v.l.), Heiner Schroer (stv. Obermeister der Innung für Orthopädie-Technik Münster), Alf Reuter (Präsident des BIV-OT), Adelheid Micke (Obermeisterin) und MdB Maria Klein-Schmeink (Foto: BIV-OT/Abel)

MdB Maria Klein-Schmeink hat das Sanitätshaus Grenzland in Ahaus besucht und sich von der Relevanz der Hilfsmittelversorgung überzeugt.

Wie sieht der Arbeitsalltag in einem Sanitätshaus aus und welche Rolle spielt die Versorgung mit Hilfsmitteln im System der gesetzlichen Krankenversicherung? Davon machte sich MdB Maria Klein-Schmeink, Mitglied im Gesundheitsausschuss und gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis90/Die Grünen, am 22. September selbst ein Bild. Gemeinsam mit Alf Reuter, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIB-OT), besuchte sie das Sanitätshaus Grenzland in Ahaus, teilte der BIV-OT mit. Betriebsinhaber und stellvertretender Obermeister der Innung für Orthopädie-Technik Münster Heiner Schroer und Obermeisterin Adelheid Micke führten sie durch die Abteilungen.

„Wir als Leistungserbringer kennen kein Homeoffice. Wir müssen jeden Tag an die Patientin oder den Patienten ran. Versorgung ist immer etwas sehr Individuelles, Persönliches und für viele Patienten und Patientinnen auch immer etwas Intimes; Versorgung ist daher stets mit viel Vertrauen verbunden. Wir handeln nicht mit Produkten, sondern versorgen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Das konnten wir MdB Klein-Schmeink eindrucksvoll vermitteln“, meint Alf Reuter.

Während des Besuchs wurden Versorgungsbeispiele aus den Bereichen Prothetik, Orthetik, Home-Care sowie Reha-Technik vorgestellt. „Uns war es wichtig, der Politik einmal zu zeigen, dass die Hilfsmittelversorgung ein sehr komplexes Themenfeld ist und dies nichts mit Einzelhandel, Tankstelle oder Drogerie zu tun hat. In diese Schublade wurden wir während der Corona-Krise seitens der Gesundheitspolitik vielfach gesteckt. Das wollten wir korrigieren“, ergänzt Heiner Schroer.

Dieser Auffassung konnte sich auch MdB Maria Klein-Schmeink anschließen: „Bei der Führung durch das Sanitätshaus ist deutlich geworden, dass hier überall Hand angelegt wird. Ausgangpunkt ist nicht ein Produkt, sondern das Problem des Patienten und der Patientin. Ein Hilfsmittel ist eine medizinisch-technische Lösung. Daher geht es auch bei der Hilfsmittelversorgung um die Umsetzung von Versorgungskonzepten. Ich bin beeindruckt, wie viel Kompetenz in einem Sanitätshaus zusammenkommt.“

Während des Gesprächs erläuterte Klein-Schmeink die Idee der Gesundheitsregionen. Es gehe um die Stärkung der integrierten Versorgung insbesondere in den ländlichen Bereichen. Man müsse über die Vernetzung von Kompetenzen neu nachdenken. Auch auf dem Land müssten komplexe Versorgungen für alle zugänglich sein. In den Gesundheitsregionen seien nicht nur Ärzte, sondern alle Gesundheitsberufe gefragt.

Eine andere Antwort auf die Frage „Wie können wir Versorgung verbessern?“ wurde mit dem Verweis auf den stetig wachsenden Verwaltungsaufwand gegeben. Über 400 Versorgungsverträge begleiten die Versorgung – mit jeweils unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Leistungsumfängen. Die Verwaltung zwischen Leistungserbringer, Krankenkasse, Medizinischem Dienst der Krankenkassen, Sachbearbeiter und Gutachter sei nicht effizient geregelt, sondern verursache viel zu oft die Störung und Verzögerung der dringlichen Versorgung. Die Gesprächspartner waren sich einig: Es bestehe Handlungsbedarf.

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Tobias Kurtz / 23.09.2020 - 14:50 Uhr

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