Das Prinzip klingt so simpel wie einfach: Der Kunde lädt eine App herunter, scannt in wenigen Minuten seine Füße und sendet die Daten ab. Entstanden ist ein hochauflösender Scan des Fußes, der entstandene Scan kann nun weiterverarbeitet werden. Dass Endkunden in der Lage sind, eigenhändig hochwertige Scans ihrer Füße zu erstellen, liegt an der Face-ID-Kamera der iPhones ab der Generation X, die per 3D-Scan das Gesicht des Users erfasst. „Das ist bei den modernen Smartphones aktuell immer noch die beste Kamera, die der Markt zu bieten hat“, schwärmt Sooley-Gründer Sanya Zillich. In der App von Sooley werden die Scans, die aus fünf verschiedenen Winkeln aufgenommen werden, mithilfe von künstlicher Intelligenz geglättet und verbessert. So entsteht ein Scan, auf dessen Grundlage die individualisierbaren Einlagen modelliert werden können. Als Plus-Feature der App können die Endkunden zudem auch die Innensohle der Schuhe abscannen, in denen die Einlage am Ende getragen werden soll. So sorge man für eine genaue Passform, so Zillich.
International auf dem Vormarsch
In Ländern mit einer weniger durchregulierten Gesundheitsversorgung werde das Angebot von Sooley bereits gut angenommen. „Unsere größten Kunden sitzen in den USA, Israel, Indien und Brasilien“, erzählt Sanya Zillich. In Indien werde die App – in Deutschland unvorstellbar – von Orthopäden genutzt, die mithilfe des Scanners Einlagen und orthopädische Schuhe direkt an ihre Patientinnen und Patienten verkaufen.
In Brasilien nutzt der landesweit größte Bequemschuhhersteller, 3D Fit Shoes, die White-Label-App. Sie helfe den Betroffenen, schneller an eine Versorgung zu kommen, so Thomas Case, CEO des Unternehmens. „Die Sooley-App ermöglicht es uns nicht nur, neue Märkte schnell und in großem Umfang zu bedienen. Wir hören auch häufig von Endkundinnen und Endkunden mit schweren Fußproblemen und Deformationen, dass ihnen die App hilft, sich als Teil der Gesellschaft zu fühlen, weil sie nun ganz einfach online einkaufen können – anstatt eines reinen Falls für den Arzt zu sein.“ 3D Fit Shoes betreibt eine eigene Fabrik in der Nähe von São Paulo und setzt mit einer Druckerfarm mit rund 180 3D-Druckern voll auf die additive Fertigung. Mithilfe von Sooley wollen sie nun auf den US-amerikanischen Markt weiter expandieren: „Seit dem Start der App vor 18 Monaten konnten wir unseren Umsatz im Bereich Maßschuhe verdoppeln. Dieses Wachstum stammt sowohl aus unserem Heimatmarkt Brasilien als auch aus den USA – vor den jüngsten Zollstreitigkeiten.“ Für die Zukunft sei man trotz aller Widrigkeiten durch die Trump-Regierung optimistisch, so Case.
Neben der eigenen Einlagenproduktion will Sooley nun die White-Label-App auch auf dem deutschen Markt bekannter machen. „Wir sind davon überzeugt, dass auch Unternehmen und deren Kunden im Raum DACH von unserer modernen und simplen Scan-Lösung profitieren“, ist Sanya Zillich überzeugt. Denn schließlich sei die Bedienung so spielend einfach, dass Zillichs siebenjähriger Sohn seinen Vater regelmäßig frage, ob er „das Fuß-Spiel auf dem Handy nochmal spielen dürfe“.