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eCommerce-Konferenz in Düsseldorf

Digitaler Gesundheitsmarkt braucht valide Stammdaten

Digitaler Gesundheitsmarkt braucht valide Stammdaten Auf dem Podium der eCommerce-Konferenz von Medinform am 27. Februar 2019 (v.l.): Joachim M. Schmitt, Elke Vogt und Dr. Meinrad Lugan (Foto: BVMed)

Am 27. Februar hat in Düsseldorf die 21. eCommerce-Konferenz von MedInform unter dem Stichwort „Der digitale Gesundheitsmarkt“ stattgefunden.

Gute, valide Stammdaten sind die Voraussetzung für die Digitalisierung der elektronischen Geschäftsprozesse. Die MedTech-Unternehmen müssen deshalb ein starkes Augenmerk auf ihr Stammdaten-Management legen. Das machten die Experten der 21. eCommerce-Konferenz von MedInform „Der digitale Gesundheitsmarkt“ am 27. Februar 2019 in Düsseldorf deutlich.

Dr. Meinrad Lugan, Vorstand bei B. Braun Melsungen und Vorstandsvorsitzender des BVMed, formulierte „100 Prozent digital“ als die Vision der MedTech-Branche, um alle Daten über Produkte und Prozesse der Patientenversorgung in einem lesbaren Format vorliegen zu haben. Beim Thema eCommerce müsse man das große Bild sehen: „Die gesamten Partnerschaften, die Kundenbeziehungen und die gesamte Wertschöpfungskette müssen künftig digitalisiert werden.“ Das umfasse alle Ebenen: von der Datenverarbeitung über die Kommunikation mit den Partnern bis hin zum Einsatz der Produkte beim Patienten. „Wir sind mittendrin in diesem digitalen Wandel.“

Die Trends der Digitalisierung wie mobile Anwendungen, die Steuerung des Körpers über digitale Methoden, Simulationstrainings durch virtuelle Realität, Robotik oder AAL-Technologien für eine älter werdende Gesellschaft beeinflussen auch die Geschäftsmodelle der MedTech-Unternehmen. Lugan: „Die große Frage wird sein: Wem gehören die Daten und wer darf sie nutzen? Mit den Daten werden die Geschäftsmodelle entwickelt. Hier müssen wir als MedTech-Unternehmen dabei sein.“ In Zukunft werde es auch rein digitale Geschäftsmodelle geben, beispielsweise zur Organisation von Patientenströmen und der Nachsorge der Patienten. Ein Beispiel sei eine Software für das Entlass- und Überleitmanagement der Patienten vom Krankenhaus in den ambulanten Bereich – also „eine Art Uber“ für die Patientenversorgung. Ein solcher Dienst wäre dann „Herr der Daten“ über die Abbildung und Steuerung der Prozesse. Die Versorgungsprozesse würden damit insgesamt dezentraler. „Das bedeutet für die Hersteller, dass die Identifikation der angewendeten Produkte an den verschiedensten Stellen durch digitale Lösungen eingebunden werden müsse.“

Das Thema eCommerce beginne für die Unternehmen in der Produktion: durch das digitale Zurverfügungstellen aller erforderlichen Daten. Eine gute Datenqualität beginne mit der „digitalen Fabrik“ und eindeutigen Nummern auf der Artikelebene. Lugans Anspruch: „Alle Daten müssen in einem lesbaren Format vorliegen. Das wird auch erforderlich sein, um die gestiegenen Anforderungen aus der neuen EU-Medizinprodukte-Verordnung erfüllen zu können.“

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