Ein Jahr nach dem Start der „ePA für alle“ zieht die Gematik eine positive Zwischenbilanz: Mehr als 100 Millionen Dokumente wurden bislang in den elektronischen Patientenakten hinterlegt. Allein in den Monaten Februar und März kamen knapp 25 Millionen Uploads hinzu. Insgesamt wurden rund 73 Millionen Akten für Versicherte angelegt, davon etwa 300.000 für privat Versicherte.
Die Nutzung im Versorgungsalltag ist deutlich messbar: Wöchentlich werden im Schnitt mehr als 21 Millionen Medikationslisten abgerufen. Zudem greifen bis zu 93.000 (Zahn-)Arztpraxen regelmäßig auf die ePA ihrer Patienten und Patientinnen zu – ein Anstieg gegenüber rund 84.000 im Oktober 2025. Auch die Zahl der Downloads liegt mit über 37,4 Millionen auf einem hohen Niveau.
„Die Zahlen zeigen, dass die ePA bundesweit in der Versorgung genutzt wird. Die eingestellten Daten und Dokumente unterstützen tagtäglich die Behandlung und Therapie-Entscheidungen. Das ist ein wichtiger Fortschritt für die Versorgung und die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Mit der Einführung der ePA holen wir im europäischen Vergleich entscheidend auf. Auch wenn viele andere europäische Länder bereits seit Jahren mit einer ePA arbeiten, brauchte es auch dort Zeit, bis Routine und Akzeptanz erreicht wurden“, erklärt Dr. Florian Fuhrmann, Vorsitzender der Gematik-Geschäftsführung.
Während Arztpraxen und Apotheken die ePA bereits weitgehend integriert haben, verläuft die Umsetzung in Krankenhäusern aufgrund komplexerer IT-Strukturen langsamer. Dennoch steigt auch hier die Nutzung deutlich: Wurden Anfang Oktober 2025 noch rund 2.000 Dokumente pro Woche eingestellt, sind es inzwischen über 90.000.
Hohe Systemstabilität und weitere Ausbaustufen geplant
Die technische Basis der ePA zeigt sich stabil: Die Aktensysteme waren seit Einführung zu 99,9 Prozent verfügbar. Einschränkungen entstehen laut Gematik vor allem durch das Zusammenspiel innerhalb der Telematikinfrastruktur.
Parallel schreitet die Weiterentwicklung voran. Geplant sind unter anderem ein erweiterter digitaler Medikationsplan mit strukturierten Dosierangaben, eine Volltextsuche sowie Push-Benachrichtigungen in den Apps der Krankenkassen. Auch die Nutzung von ePA-Daten für Forschungszwecke soll ermöglicht werden.
Für Versicherte gewinnt zudem die aktive Nutzung an Bedeutung: Rund 5,1 Millionen GesundheitsIDs wurden bislang registriert, die den Zugriff auf die eigenen Daten ermöglichen. Die ePA soll damit weiter zum zentralen Baustein einer digital vernetzten Gesundheitsversorgung in Deutschland ausgebaut werden.