In seiner Keynote mit dem Titel „Co-adaptation: the key to a new generation of assistive robots“ wird Prof. Claudio Castellini die Herausforderungen und Chancen im Bereich der Assistenzrobotik für Patienten mit motorischen Störungen beleuchten. Prof. Castellini wird in seinem Vortrag aufzeigen, dass die Co-Adaptation, also die gemeinsame Anpassung von Benutzer und Roboter, der Schlüssel zur Verbesserung der Akzeptanz und Wirksamkeit von Assistenzrobotern ist. Dabei wird er auf die Bedeutung von Absichtserkennung, somatosensorischem Feedback und strukturierter Mensch-Roboter-Interaktion eingehen.
Prof. Castellini, Leiter des „Assistive Intelligent Robotics”-Lab an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), ist ein Experte auf dem Gebiet der Mensch-Maschine-Interaktion und des angewandten maschinellen Lernens. Seine Vision ist es, Künstliche Intelligenz enger an die menschliche Intelligenz zu koppeln, um die Lebensqualität von Menschen zu verbessern. „Künstliche Intelligenz ist heutzutage unglaublich populär: Sie löst Probleme, für die wir in der Vergangenheit keine Lösung hatten, aber sie scheitert auch hin und wieder spektakulär. Gleichzeitig behält sie einen irgendwie unmenschlichen Charakter. Meine Vision ist, dass KI eng an die menschliche Intelligenz gekoppelt sein muss – eine KI sollte von Menschen lernen, während diese ihre täglichen Aufgaben erledigen, und sich an die Wünsche und Bedürfnisse dieser anpassen”, erklärt Prof. Castellini.
Ein Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der Verbesserung von Armprothesen und der Entwicklung von Schnittstellen, die es Amputierten ermöglichen, ihre Prothesen präzise zu steuern. „Das Hauptproblem für eine funktionellere Arm-/Handprothese ist immer noch das Steuerungssystem, d. h. die Mensch-Maschine-Schnittstelle“, betont Prof. Castellini. „Die Prothese muss benutzerfreundlich und einfach in der Bedienung sein, und sie muss Tag für Tag lernen, was sie tun soll. Das ist das Wesentliche in einer Mensch-Maschine-Interaktion, einer Interaktion, die sorgfältig studiert, geplant und entworfen werden muss, um dem Benutzer die bestmögliche Erfahrung und schließlich ein Gerät mit perfekter Kontrolle zu bieten.”