Eine entsprechende Investorenvereinbarung hat Fahl mit dem Insolvenzverwalter der Orbisana Healthcare GmbH abgeschlossen, teilt das Unternehmen mit. Die Transaktion steht wechselseitig noch unter Gremienvorbehalt.
Orbisana ist auf die Versorgung von Patienten in komplexen und oft schwierigen Situationen spezialisiert. Die Produkte kommen etwa bei Intensivpatienten und invasiv beatmeten Patienten zum Einsatz oder unterstützen Patienten mit einer Kehlkopf-Operation mit Larynx- und komplizierten Tracheostomaversorgungen.
Das Unternehmen war Teil der WB D2C Group GmbH, zu der auch der Buch- und Medienhändler Weltbild gehörte. Wegen wirtschaftlicher Verflechtungen hatte Orbisana im Zuge der wirtschaftlichen Schieflage von Weltbild im Juli 2024 ebenfalls einen Insolvenzantrag beim Insolvenzgericht in Augsburg stellen müssen. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. Oktober 2024 eröffnet. Nach umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen fokussiert sich Orbisana aktuell auf die Bereiche Reha und Homecare.
„Der Geschäftsbetrieb hat sich nach der Insolvenzeröffnung stabilisiert und damit die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Investorenprozess geschaffen“, sagt Insolvenzverwalter Christian Plail von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz. „Die Übernahme ist für Orbisana-Mitarbeiter wie auch für Patienten und Krankenkassen eine sehr gute Lösung. Wenn die entsprechenden Gremien dem Vorhaben zustimmen, erhalten Orbisana und die rund 250 Mitarbeiter eine solide Basis für zukünftiges Wachstum unter einem neuen starken Dach.“
Der Insolvenzplan, der den Einstieg von Fahl ermöglicht, soll demnächst beim Insolvenzgericht eingereicht werden. Danach entscheidet die Gläubigerversammlung über das Zustandekommen der Transaktion.
Andreas Fahl Medizintechnik-Vertrieb GmbH ist seit 1992 spezialisiert auf die Bereiche Tracheotomie, Laryngektomie und Beatmung. Vom Hauptsitz in Köln entwickelt und vertreibt das Unternehmen mit mehr als 300 Mitarbeitern rund 4.000 Medizinprodukte. „Fahl Medizintechnik und Orbisana passen hervorragend zusammen“, ist Geschäftsführer Andreas Fahl überzeugt. „Wir teilen einen hohen Qualitäts- und Versorgungsanspruch und können unsere Kompetenzen künftig für die Versorgung von Patienten noch besser bündeln.“ Vor allem das Versorgungsgeschäft mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Krankenkassen werde von einer gemeinsamen Zukunft profitieren.