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Hilfsmittelbranche kämpft um Wahrnehmung

Hilfsmittelbranche kämpft um Wahrnehmung Martin Buhl-Wagner (Leipziger Messe, l.) und Alf Reuter bei der Eröffnung der OTWorld.connect 2021. (Foto: Screenshot)

Die OTWorld.connect läuft. BIV-Präsident Alf Reuter zeigte zum Start die Herausforderungen für die Sanitätshausbranche auf.

Alf Reuter startete auf der OTWorld.connect mit einem flammenden Appell an die Entscheidungsträger: „Bitte versteht endlich, was wir tun. Wir arbeiten am Menschen. Da kommt es auf die Qualität an, nicht auf den Preis“, erklärte der Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT) bei der Eröffnungsveranstaltung der OTWorld.connect.

Die Corona-Pandemie brachte ein Problem der Sanitätshäuser und orthopädietechnischen Betriebe ans Licht. In einer Diskussion über die Versorgungsrealität nach Corona stellt Reuter fest: „Wir gehören zum GKV-System, aber wir werden nicht im System wahrgenommen. Das heißt, wir sind auch nicht als systemrelevant eingestuft. Wir haben keine Zuteilung bekommen für PSA, teilweise wurden die Unternehmen geschlossen, unsere Mitarbeiter wurden nicht ins Unternehmen gelassen, wir sind nicht in die Einrichtungen gekommen. Wir bezahlen unsere PSA und den persönlichen Schutz für unsere Patienten selber. Wir kaufen diese Dinge zu einem extrem überteuerten Preis.“ Reuter verwies auf die Heilmittelbranche, die mit 810 Mio. Euro unterstützt werde oder die Apotheken, die für jeden Botengang mit 5 Euro entlohnt würden. „Bei uns landet nichts.“ Der BIV-Präsident fürchtet eine Situation wie im Frühjahr. Aktuell würden die ersten pädiatrischen Zentren wieder schließen, und die Sanitätshäuser bekämen keinen Zutritt.

Die Betriebe könnten sicher grundsätzliche Fragen von Kunden zur orthetischen oder prothetischen Versorgung online bzw. in Videosprechstunden beantworten, so Reuter weiter. Der digitalen Beratung seien aber enge Grenzen gesetzt. „Wir arbeiten am Menschen.“

In der Diskussion bedauerte daher auch Dr. med. Dietmar Rohland, Geschäftsbereichsleiter des Medizinischen Diensts der Krankenversicherung (MDK) Niedersachsen, den fehlenden Patientenkontakt. „Hilfsmittel bedürfen einer möglichst individuellen Versorgung und in vielen Fällen daher einer körperlichen Begutachtung.“

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Tobias Kurtz / 28.10.2020 - 10:34 Uhr

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