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Spectaris fordert:

Homecare-Provider in kritischer Versorgungskette anerkennen

Homecare-Provider in kritischer Versorgungskette anerkennen Hubertus Lasthaus (Foto: Ole Bader/sandwichpicker.com)

Der Industrieverband Spectaris fordert die Anerkennung von Homecare-Providern als Teil der kritischen Versorgungskette im Gesundheitssystem. 450.000 Patienten mit Atemwegserkrankungen in Heimtherapie seien akut bedroht.

Insgesamt leiden in Deutschland etwa 450.000 Menschen so schwer unter Atemwegserkrankungen, dass sie außerklinisch mit medizinischem Sauerstoff (365. 000 Patienten) versorgt oder beatmet (85.000 Patienten) werden müssen. Das teilte der Industrieverband Spectaris mit. Da es sich bei Covid-19 ebenfalls um eine Atemwegserkrankung handelt, sind Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen besonders gefährdet. Daher komme dem Schutz der Patienten vor Ansteckung aktuell eine herausragende Bedeutung zu.

Spectaris weist vor dem Hintergrund der Coronavirus-Krise auf die besondere Bedeutung der Homecare-Provider hin. Der Verband fordert von den zuständigen Behörden generell eine stärkere Anerkennung der Leistungen aller Homecare-Provider rund um die respiratorische Heimtherapie (RHT) und eine bessere Integration der Homecare-Provider in die Planung der Regierungs- und Gesundheitskrisenstäbe. Ziel sei es, den Homecare-Providern in der jetzigen Situation das Fortführen ihrer täglichen Arbeit zu erleichtern sowie die Versorgung des Pflegepersonals mit Schutzanzügen und deren Bewegungsfreiheit im Falle von Ausgangssperren zu gewährleisten.

Eigenständiger Versorgungsbereich

Die Versorgung liege nicht ausschließlich in Hand von Pflegekräften. Vielmehr handelt es sich um einen eigenen Versorgungsbereich, der von ausgebildeten Fachkräften der Homecare-Provider betreut werde. „Häufig erleben wir, dass diese falsche Annahme zu Fehleinschätzungen bezüglich der Bedeutung der respiratorischen Heimtherapie im Gesundheitssystem führt“, so Hubertus Lasthaus, Mitglied im Vorstand Medizintechnik bei Spectaris. Aktuell zeige sich dies dadurch, dass die Homecare-Provider bei der Verteilung der Schutzausrüstung gegen die Infektion mit Covid-19 nicht berücksichtigt werden, obwohl insbesondere deren Patienten einen erhöhten Schutzbedarf haben. Zudem werden sie im Gegensatz zu Apotheken oder Sanitätshäusern nicht als Bestandteil der kritischen medizinischen Versorgungsinfrastruktur eingestuft.

Die Mitarbeiter der Homecare-Provider versorgen schwer atemwegserkrankte Menschen über Heimbeatmungsgeräte in ihrer häuslichen Umgebung mit dem weltweit am häufigsten eingesetzten Medikament Sauerstoff. Dabei werden Masken angepasst, Daten der Geräte ausgelesen, Sauerstoff nachgefüllt und die eingesetzten Sauerstofftherapie- und Beatmungsgeräte permanent überwacht und gewartet.
„Diese Unterstützung der respiratorischen Heimtherapie ist grundsätzlich unverzichtbar und ein entscheidender Teil der kritischen Infrastruktur unseres Gesundheitssystems. Insbesondere aber auch in Zeiten der Coronavirus-Krise elementar, um sowohl die Krankenhäuser also auch die allgemeinen Pflegedienste durch die ambulante Versorgung der Patienten zu unterstützen – ein nicht zu unterschätzender Beitrag zur Entlastung des Gesundheitssystems“, so Lasthaus abschließend.

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Tobias Kurtz / 19.03.2020 - 14:29 Uhr

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