Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt die Initiative des Bundesgesundheitsministeriums, Prävention als tragende Säule der Gesundheitsversorgung zu stärken. „Wir müssen Krankheiten möglichst verhindern, Risiken frühzeitig erkennen und rechtzeitig gegensteuern. Dabei sind Medizintechnologien ein zentraler Schlüssel“, betont BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.
Nach Ansicht des Verbandes können insbesondere Medizinprodukte, digitale Technologien und eine verbesserte Datennutzung entscheidend dazu beitragen, Prävention und Früherkennung zu optimieren. Dazu zählen unter anderem Wearables, Telemonitoring, digitale Monitoring-Systeme, moderne Diagnostik, Sensorik sowie KI-gestützte Auswertungen. Voraussetzung sei jedoch ein verantwortungsvoller und datenschutzkonformer Umgang mit Gesundheitsdaten.
„Wir müssen Versorgung neu denken: Prävention sollte sektorenübergreifend organisiert werden – von der Früherkennung über Homecare bis zur Langzeitbetreuung chronisch erkrankter Personen“, so Möll weiter.
Konkrete Strategien für Volkskrankheiten und Homecare
Der BVMed hebt insbesondere den Handlungsbedarf bei weit verbreiteten Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes, Adipositas und Krebs hervor. Eine stärkere Prävention könne nicht nur die Lebensqualität der Patient:innen verbessern, sondern auch langfristig zur Entlastung der Gesundheits- und Pflegekosten beitragen.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören unter anderem regelmäßige Check-ups im Rahmen einer verbesserten Herz-Kreislauf-Strategie sowie eine Weiterentwicklung von Konzepten zur Diabetes- und Adipositasversorgung. Auch die Infektionsprävention, etwa durch nationale Strategien gegen nosokomiale Infektionen und bessere Hygienekonzepte, soll gestärkt werden.
Darüber hinaus spricht sich der Verband für eine nationale Wundstrategie sowie für die stärkere Einbindung von Homecare-Versorgern aus. Diese könnten durch die Versorgung im häuslichen Umfeld Risiken frühzeitig erkennen und Krankenhausaufenthalte vermeiden helfen. Ebenso fordert der BVMed eine schnellere Integration präventionsrelevanter Innovationen in die Regelversorgung.
„Bei allen sinnvollen Präventionsbemühungen müssen wir Gesundheitsdaten besser nutzen, um Risiken früher zu erkennen, Versorgung zu personalisieren, Präventionsprogramme gezielter auszurichten und Versorgungsergebnisse kontinuierlich zu verbessern“, so Möll abschließend.