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Juzo: 7. Münchner Lymphsymposium 2016

Juzo: 7. Münchner Lymphsymposium 2016

Rund 400 Besucher tauschten sich beim 7. Münchner Lymphsymposium in Unterschleißheim zum Thema „Lymphödeme und Wunden – eine therapeutische Herausforderung“ aus.

Die wissenschaftliche Leiterin Dr. med. Michaela Knestele, Chefärztin des Wundzentrums Allgäu in Kaufbeuren, führte durch die Fortbildung, an der Ärzte, Therapeuten und Versorgungsfachkräfte des medizinischen Fachhandels teilnahmen.

Dr. med. Anya Miller aus Berlin eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag über die Erstellung der neuen Leitlinien für das Lymphödem, an der 40 Fachgesellschaften beteiligt seien. Demnach solle es eine neue fünfte Säule der KPE geben, die eine Anleitung zum Selbstmanagement des Patienten vorsehe. Eine finale Abstimmung sei für Ende dieses Jahres vorgesehen.

Die häufigste Wundart in Kombination mit einem Lymphödem sei das Ulcus Cruris, so Dr. med. André Glod, Oberarzt an der Földiklinik Hinterzarten. Die Behandlung erfolge in einem multimodalen Behandlungskonzept mit KPE (MLD, Kompression, Hautpflege und Bewegung) und stadiengerechtem Wundmanagement. Als ergänzende Behandlung habe sich die Technik der Wunddrainage als besonders effektiv erwiesen.

Dr. med. Michaele Knestele sprach zum Thema Lymphödem und diabetischer Fuß. Ein Lymphödem könne im Rahmen einer Komorbidität beim Diabetiker bereits bestehen, es könne aber auch sekundär im Rahmen der Erkrankung des Fußes – z.B bei einer Charcotarthropathie – oder einer operativen Maßnahme auftreten. Wie bei jeder Wundsituation störe eine durch das Lymphödem bedingte gesteigerte Wundsekretion auch beim diabetischen Fuß die Abheilung. Beim angiopathischen aber auch beim neuropathischen Fuß müsse die Bestrumpfung mit großer Sorgfalt geplant werden, um nicht neue Hautschäden zu verursachen.

Hautpflege bei Lymphödemen

Dr. med. Nora Wroblewski aus der Charité Berlin lieferte Einblicke in die Hautpflege und den Wundrandschutz bei Lymphödem mit Wundsituation. Da die Hautbarriere bei Lymphödemen typischerweise gestört sei, werde das Lymphödem häufig von Komplikationen wie z.B. Erysipel, Stauungsdermatitis oder Papillomatosen flankiert. Eine besondere Bedeutung komme daher der schonenden und darauf abgestimmte Hautreinigung und Hautpflege zu. Probleme im Wundbereich könnten durch austretendes Sekret oder Kleberänder und Verbandstoffe entstehen. Daher sei ein prophylaktischer Wundschutz immer sinnvoll.

Zum Thema Notwendigkeit von Eigenmotivation und Selbstmanagement referierte Susanne Helmbrecht, Vorsitzende der Lymphselbsthilfe e.V. Für sie gehört neben der Durchführung der adäquaten Hautpflege auch die Fähigkeit des Patienten, sich selbst zu bandagieren, zum Selbstmanagement. Juzo Produktmanager Sascha Ternedde demonstrierte abschließend im Rahmen einer praktischen Vorführung die Bandagierung mit modernen Bandagehilfen.

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Tobias Kurtz / 08.08.2016 - 15:10 Uhr

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