Was kann künstliche Intelligenz? Und was darf sie? Um solche und ähnliche Fragen ging es im Salitaris-Experten-Talk zum Thema KI und ChatGPT, der am 29.03. stattgefunden hat. Zunächst begrüßte Rainer Volkmer von Salitaris die Teilnehmenden und stimmt sie mit einer Definition zu KI auf den Nachmittag ein. Was ist KI? „Die Imitation von logischem Denken, Lernen, Planen und von Kreativität.“
Der Dozent und Autor Dr. Gerald Lembke begann seine Ausführungen mit dem Geständnis, in Zukunft als Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen keine Printbücher mehr produzieren zu wollen. „KI ist angekommen in der Gesellschaft und wird nicht mehr weggehen“, reüssierte er auf die aktuellen Nutzerzahlen der Anwendung. Denn mit knapp 12 Mio. Usern in den ersten fünf Monaten ist ChatGPT das aktuell erfolgreichste Tool auf dem Markt. Um einen Überblick über die Vielzahl der verfügbaren KI-Tools zu bieten, stellte Lembke seine Plattform KI-Toolparty vor, dem „Stiftung Warentest für KI-Anwendungen“, mit dem User ganz einfach filtern können, welche Anwendungen sich für ihre Bedürfnisse am ehesten eignen.
Welche Möglichkeiten gibt es aktuell im Bereich KI?
Neutral Text-to-Video (NTTV): Nach der Eingabe eines Texts wird ein Video erstellt, in dem eine Person über ausgewählte Themen spricht, beispielsweise als On-Boarding-Option für neue Mitarbeitende nutzbar.
Neural Text-to-Audio (NTTA): Nach Eingabe eines Texts wird eine Audiodatei erstellt, diese Anwendung ermöglicht das erstellen von beispielsweise Podcasts.
Image Recognition: Die Künstliche Intelligenz sucht aus einer ihr zur Verfügung gestellten Vielzahl von Bildern nach einer Auswahl mit vorher festgelegten Merkmalen, beispielsweise „Frau in rotem Kleid“. Nützlich für die Nachlese von Veranstaltungen oder Messen.
Natural Language Understanding (NLU): Darauf basierend funktioniert ChatGPT. Durch die Erkennung von Sprachmustern und sortierter Server wird Anhand von Wahrscheinlichkeiten eine Antwort auf den geforderten Prompt („Befehl“ an die KI) erstellt.
Wie funktioniert ChatGPT?
ChatGPT crawlet (durchsucht) täglich rund 50 Mrd. Websites nach Inhalten, die auf nach Sprachen und Themen sortierten Servern abgespeichert werden. Gibt jemand einen Promt (Befehl) ein, analysiert ChatGPT das Sprachmuster und entscheidet, für welchen Server die Anfrage bestimmt ist. Der ausgewählte Server berechnet mit Wahrscheinlichkeiten von Phrasen und Wörtern die am ehesten wahrscheinliche Antwort.
Das Problem mit ChatGPT: Neben der Wahrscheinlichkeit, auch falsche Antworten präsentiert zu kriegen, sind urheberrechtliche Fragen bislang nicht geklärt. Durch KI generierte Texte sind nicht urheberrechtlich geschützt, selbst dann nicht, wenn ein Unternehmen oder ein Magazin sie publizieren. Zudem haben viele Mitarbeitenden Vorbehalte gegen die KI-basierte Arbeit, aus verschiedenen Gründen wie der Sorge vor dem Verlust des Jobs oder der Überzeugung, den Job persönlich besser zu machen. Dazu rät Dr. Lembke: „Beschäftigen Sie sich und Ihre Mitarbeitenden jetzt bereits mit dem Thema, denn es wird nicht mehr weggehen. Besser ist es, die steile Lernkurve jetzt zu bewältigen.“
Veranstaltungshinweis:
Wer noch tiefer in das Thema ChatGPT und KI einsteigen möchte, kann am 26. April am Salitaris-Seminar in Frankfurt teilnehmen. Dort werden das Salitaris-Team und Prof. Dr. Lembke einen Tag lang alle Fragen zum Thema Marketing und KI beantworten. Teilnehmende sind dazu angehalten, ihren eigenen Laptop mitzubringen, um selbstständig mit KI-Anwendungen zu arbeiten. Das Seminar findet von 10 – 16:30 Uhr im Airport Business Club in Frankfurt statt. Weitere Informationen zur Teilnahme finden Sie hier.